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Meldung

2008 - das Jahr der ökumenischen Jubiläen

60 Jahre Arbeitsgemeinschaft Christlicher Kirchen in Deutschland

40 Jahre Gebetswoche für die Einheit der Christen

Im Jahr 2008 feiert die Ökumene gleich mehrere Jubiläen: Die Arbeitsgemeinschaft Christlicher Kirchen wird 60 Jahre alt, ebenso der Ökumenische Rat der Kirchen. Die Gebetswoche für die Einheit der Christen hat ihr 40-jähriges Jubiläum und die Gebetsoktav, einer der Wurzeln der Gebetswoche, blickt sogar auf eine 100-jährige Geschichte zurück. Die Hilfswerke Brot-für-die-Welt und Misereor rufen seit 50 Jahren zu Spenden auf.

Am Freitag, 18. Januar 2008 (18 Uhr), wird in einem ökumenischen Festgottesdienst im Dom zu Mainz bundesweit die „Gebetswoche für die Einheit der Christen“ eröffnet und zuvor in einer Festveranstaltung (Erbacher Hof, 14 Uhr) an die ökumenischen Jubiläen des Jahres 2008 erinnert. An dem Gottesdienst wirken Kardinal Lehmann und der Vorstand der Arbeitsgemeinschaft Christlicher Kirchen in Deutschland (ACK) mit: Landesbischof Dr. Friedrich Weber, EKD und Vorsitzender der ACK, Generalsekretärin Regina Claas (freikirchlich), Bischof Gerhard Ludwig Müller (römisch-katholisch), Erzpriester Constantin Miron (orthodox) und Bischof Hans-Jörg Voigt (selbständig-lutherisch).

In diesem Jahr steht die Gebetswoche unter dem Leitwort „Betet ohne Unterlass“ (1. Thessalonicherbrief 5, 13b-18). Mit diesem Motto wird das doppelte Jubiläum im besonderen Maße gewürdigt und auf die langge Tradition des gemeinsamen Gebetes verwiesen.

Vor 100 Jahren wurde auf Initiative des anglikanischen Pfarrers und Begründers der späteren katholischen Ordensgemeinschaft der Society of the Atonement in Graymor (Garrison/New York), Paul Wattson die erste Gebetsoktav für die Einheit der Christen durchgeführt. Sie breitete sich vornehmlich in der Römisch-katholischen Kirche aus und ist neben Gebetsinitiativen aus dem Bereich der Bewegung für Glauben und Kirchenverfassung (Faith and Order) als eine der Wurzeln der heutigen ökumenischen Gebetswoche zu betrachten.

Seit 40 Jahren werden die jährlichen Themen und Texte von einer gemeinsamen internationalen Arbeitsgruppe von Vertreter/innen des Päpstlichen Rates zur Förderung der Einheit der Christen und des Ökumenischen Rates der Kirchen erarbeitet. 1968 erschienen die gemeinsamen Texte das erste Mal. Die Gebetswoche wird jedes Jahr im Januar (18.-15.1) oder in der Zeit zwischen Christi Himmelfahrt und Pfingsten (1.-12. Mai 2008) gefeiert.

Die Arbeitsgemeinschaft Christlicher Kirchen wurde am 10. März 1948 in Kassel gegründet. Sie nimmt das Jubiläum der Gebetswoche zum Anlass, auch der 60-jährigen Geschichte der Ökumene in Deutschland und der weltweiten Ökumene zu gedenken. Unmittelbar vor der Gründung des Ökumenischen Rates der Kirchen 1948 wurde die ACK gegründet, damit die Kirchen Deutschlands bei der anstehenden Vollversammlung des ÖRK in Amsterdam gemeinsam auftreten konnten.

Gründungsmitglieder der ACK waren 1948 die Evangelische Kirche in Deutschland, der Bund Evangelisch-Freikirchlicher Gemeinden in Deutschland (Baptisten), die Vereinigung der deutschen Mennonitengemeinden, das Katholische Bistum der Altkatholiken, außerdem die Methodistenkirche in Deutschland und die Evangelische Gemeinschaft in Deutschland, die sich später zur Evangelisch-methodistischen Kirche zusammenschlossen. Erster Vorsitzender der neu gegründeten ACK war Pfarrer Martin Niemöller.

In den 70er Jahren teilte sich die ACK in die ACK (West) und die AGCK (Ost). Im Westen wurden 1974 die Römisch-katholische Kirche und die Griechisch-Orthodoxe Metropolie Mitglieder. Nach der Wiedervereinigung wurde 1991 die ACK in Deutschland neu gegründet. Inzwischen gehören ihr 20 Kirchen an (16 Mitglieder, 4 Gastmitglieder) und drei Beobachter. In 14 regionalen und 250 lokalen ACKs geschieht die praktische ökumenische Arbeit im gemeinsamen theologischen, diakonischen, missionarischen und gesellschaftspolitischem Engagement.

Die ACK ist assoziiertes Mitglied der Konferenz Europäischer Kirchen und des Ökumenischen Rates der Kirchen. Als solche ist sie im deutschsprachigen Raum u.a. verantwortlich für die Gebetswoche, hat die Unterzeichnung der Charta Oecumenica initiiert (Berlin 2003) und verantwortet die Herausgabe des ökumenischen Fürbittkalenders.

Pünktlich zum Jubiläumsfest am 18. Januar erscheint die dritte Auflage des Ökumenischen Fürbittkalenders „In Gottes Hand“, dessen englische Originalausgabe beim ÖRK erschienen ist. Auf rund 600 Seiten sind Gebete aus fast allen Ländern der Welt vereint, angereichert mit Länderinformationen, statistischen Angaben und Karten. Das Buch ist für einzelne, Gruppen und Gemeinden ein wichtiger ökumenischer Wegbegleiter (Verlag Otto Lembeck, Bonifatiusverlag, 19,80 EUR). Beteiligt haben sich an der Herausgabe auch die Hilfswerke Brot-für-die-Welt und Misereor. Misereor feiert im Jahr 2008 das 50-jährige Jubiläum, Brot-für-die-Welt beginnt die Feierlichkeiten zum 50-jährigen Bestehen ebenfalls in diesem Jahr. Wenn im Festakt am 18. Januar der Fürbittkalender der Öffentlichkeit präsentiert wird, wird auch der Evangelische Entwicklungsdienst (EED) beteiligt sein. Er blickt in diesem Jahr auf einen wichtigen Synodenbeschluss der EKD zurück, in dem vor 40 Jahren die Mittel für den Kirchlichen Entwicklungsdienst beschlossen wurden.

Der Ökumenische Fürbittkalender ist Ausdruck der einen ökumenischen Bewegung in der die Gemeinschaft der Kirchen, das informierte Beten und solidarische Handeln neue Horizonte eröffnen. Dietrich Bonhoeffer war der Überzeugung, dass Beten und Tun des Gerechten“ untrennbar miteinander verbunden sind.

In den vergangenen 60 Jahren hat sich das Miteinander der Kirchen in Deutschland so verfestigt, wie es niemand bei der Gründung der ACK vermuten konnte. Die Ökumene in Deutschland ist ein stabiler Faktor, der trotz der gerade in der letzten Zeit deutlicher betonten Unterschiede nicht mehr wegzudenken ist. Das ist ein Grund Mandat und Aufgabe der Arbeitsgemeinschaft Christlicher Kirchen öffentlich zu feiern.

Bei aller Freude über die ökumenischen Jubiläen fällt auch ein Schatten auf die Feierlichkeiten: die ACK und ihre Geschäftsstelle, die Ökumenische Centrale in Frankfurt am Main, sind in Finanzierung und Personalbesetzung in einer äußert schwierigen Lage, die die Handlungsfähigkeit der organisierten deutschen Ökumene in einem existentiellen Maße einschränkt. Finanziert wird die ACK durch Mitgliedsbeiträge aller Kirchen. Die beiden größten Beitraggeber sind die EKD und die Römisch-katholische Kirche, deren Beiträge aufgrund von Sparmaßnahmen in den beiden Kirchen erheblich zurückgegangen sind. Vorstand und Mitgliederversammlung der ACK sehen aber auch in Zukunft die Notwendigkeit und Bedeutung der ACK, die darum trotz der tiefen Krise gefeiert wird.Der Festakt am 18. Januar (14 Uhr in Mainz, Erbacher Hof), beginnt mit einem Festvortrag zu „Aufgabe und Mandat“ der Arbeitsgemeinschaft Christlicher Kirchen durch Prof. Hans-Jörg Urban und wird durch Beiträge der Vorstandsmitglieder der ACK ergänzt. Grußwort des Ökumenischen Rates, Präsentation des Ökumenischen Fürbittkalenders und die Übergabe einer für das ACK-Jubiläum eigens erstellten CD mit Kirchenmusikbeiträgen aus allen Mitgliedskirchen der ACK schließen sich an, bevor um 18 Uhr im Dom der Festgottesdienst beginnt.