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Meldung
219. Mitgliederversammlung der ACK in Ludwigshafen
Im Heinrich-Pesch-Haus in Ludwigshafen fand vom 18.-19. Oktober 2006 die 219. Mitgliederversammlung der Bundes-ACK statt. Beim Studientag am 18.10, zu dem wie jedes Jahr auch die Geschäftsführer/innen der regionalen ACKs eingeladen waren, beschäftigten sich die Delegierten mit dem Ekklesiologiepapier der Kommission für Glauben und Kirchenverfassung des ÖRK „Berufen, die eine Kirche zu sein“. Dazu war Pfarrerin Kersten Storch (Genf) als Referentin eingeladen. Sie führte in die Intentionen und Aussagen des Textes ein. In anschließenden Arbeitsgruppen wurde aus der Perspektive der einzelnen Kirchenfamilien über den Text diskutiert und Anstöße für die Agenda der ACK formuliert. Dabei wurden die z. T. sehr unterschiedlichen Einschätzungen und Zugänge deutlich. Perspektiven der Weiterarbeit wurden vor allem in einer Verknüpfung mit Anliegen der Charta Oecumenica gesehen. Neben einem ehrlichen und offenen Umgang mit kontroversen Fragen wurde u.a. der Dialog mit der täuferischen Tradition über die Taufe, die gemeinsamen Herausforderungen durch die Globalisierung und das Bemühen um eine wachsende ökumenische Mission als zukünftige Arbeitsthemen genannt.
Ein Schwerpunkt der Mitgliederversammlung waren die Reaktionen der Kirchen auf den von der DBK und der EKD erarbeiteten Text zur gegenseitigen Taufanerkennung. Auch wenn die Mehrzahl der Kirchen zugestimmt hat, ergibt sich ein geteiltes Bild mit abweichenden Positionen. Die täuferischen Freikirchen und einige orientalisch-orthodoxe Kirchen konnten nicht zustimmen. Dieses Spektrum innerhalb der ACK, so wurde deutlich, ist zu beachten und verpflichtet zu einem differenzierten und sensiblen Umgang mit Thematik. Angesichts der Tatsache, dass die ACK nicht verantwortlich und federführend bei dem Prozess war, stellte sich die Frage, ob eine Einbeziehung der ACK an der Gestaltung einer Feier der Taufanerkennung angebracht ist und wie eine mögliche und angemessene Form aussehen könnte. Die gottesdienstliche Feier der Taufanerkennung wird voraussichtlich auf dem Kirchentag im Juni 2007 in Köln stattfinden.
Der Antrag des Christinnenrates, als Ständiger Beobachter in die ACK aufgenommen zu werden, wurde mit deutlicher Mehrheit unterstützt und mit der Empfehlung zur Zustimmung an die Kirchen weiter geleitet.
Ein zehnköpfiges „Externes Expertenteam“ zur Unterstützung der Ökumenischen Centrale soll in der nächsten Mitgliederversammlung berufen werden. Für die im Frühjahr anstehende Neuwahl des Vorstandes wurde ein Nominierungsausschuss eingesetzt.
Als Gäste nahmen an der Mitgliederversammlung der Generalsekretär des Schwedischen Kirchenrates, Pfarrer Sven Bernhard Fast, und der Erzbischof der Lettisch Evangelisch-Lutherischen Kirche im Ausland, Elmars E. Rozitis, teil. Erzbischof Rozitis stellte die Geschichte und Struktur seiner Kirche vor, die zum ÖRK und zur KEK gehört, in verschiedenen Ländern und Kontinenten präsent und in Deutschland mit 23 Gemeinden vertreten ist. Generalsekretär Fast berichtete über die Zusammensetzung und Agenda des Schwedischen Kirchenrates. Dabei informierte er u.a. über die Integration des Freikirchenrates in den Schwedischen Kirchenrat.
Über den Jahresschwerpunkt 2007 „Europa“ der Ökumenischen Dekade zur Überwindung von Gewalt informierte Stephan von Twardowski, der zur Lenkungsgruppe für den Dekadenschwerpunkt gehört. Er informierte über die geplanten Aktivitäten und Akzentsetzungen und stellte dabei besonders die geplante Jugendkampagne „Respekt-Youth for peace“ heraus.
Eine positive Zwischenbilanz wurde zum Projekt „Weißt Du, wer ich bin?“ gezogen. Mit den jüdischen und islamischen Mitträgern hat sich eine vertrauensvolle Zusammenarbeit entwickelt, die auch eine Diskussion über kritische Themen zulässt. Die örtlichen Initiativen haben an Qualität gewonnen. Die öffentliche Beachtung ist gestiegen. Aufgrund der erfreulichen Resonanz könnten am Ende des Jahres die anvisierten 100 geförderten Initiativen erreicht werden. Um eine Fortführung des Projektes zu ermöglichen, wurde beschlossen, sich um finanzielle Zuschüsse zu bemühen. Zur künftigen Weiterentwicklung der interreligiösen Arbeit soll in den nächsten Jahren ein Gespräch und Erfahrungsaustausch mit anderen in diesem Bereich tätigen Initiativen gesucht werden.
Konferenz der Geschäftsführerinnen und Geschäftsführer
Zu ihrer Jahreskonferenz trafen sich am 16.-17. Oktober 2006 in Ludwigshafen die Geschäftsführerinnen und Geschäftsführer der regionalen ACKs zu gemeinsamen Beratungen mit der Ökumenischen Centrale. Neben Berichten über die Situation und Arbeitsschwerpunkte in den einzelnen Regionen und in der Bundes-ACK ging es um die neuen Entwicklungen in der Neuapostolischen Kirche. Dazu war als Referent der Fachreferent der Evangelischen Zentralstelle für Weltanschauungsfragen, Pfarrer Dr. An-dreas Fincke (Berlin) eingeladen. Er informierte über die jüngsten Prozesse in der NAK und ihre ökumenische Relevanz. Dabei wurden die Ambivalenzen und Unklarheiten in den Lehrveränderungen wie auch in der ökumenischen Öffnung der NAK angesprochen. Wie weit die Veränderungen reichen und wie nachhaltig sie sind, werde sich erst in der Zukunft erweisen, so Fincke. Eine tragfähige Einbindung in die ACK sei verfrüht und derzeit noch nicht angemessen.
Einen weiteren Schwerpunkt der Beratungen bildete die Frage nach der Bildung von lokalen Gemeindepartnerschaften und der Gründung lokaler ACKs. Dabei wurden unterschiedliche Einschätzungen und Erfahrungen deutlich. Die z. T. verhaltene Resonanz auf die Dritte Europäische Ökumenische Versammlung in Sibiu (Rumänien) und eine stärkere Beteiligung an dem Vorbereitungsprozess waren ein weiteres Thema des Austausches. Außerdem ging es um die Kontakte und Verbindungen zu charismatischen Gruppen und Migrantengemeinden. Auf dem Hintergrund der Strukturveränderungen in der ÖC wurde die wachsende Bedeutung projektbezogener Kooperationen und die Verstärkung von Synergien herausgestellt.
KPV
