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Meldung
Brannte uns nicht das Herz?
3. Europäische Ökumenische Versammlung 2007 vom 4. bis 9. September 2007 in Sibiu, Rumänien. Hier finden Sie erste Informationen über die Stationen auf dem Weg. Weitere Informationen erhalten Sie auch auf der Website www.oekumene3.eu
Motto und biblische Grundlage
„Brannte uns nicht das Herz?“ (Lk 24,32), mit dieser Frage der Emmaus-Jünger wurde die erste Station der 3. EÖV mit einer Andacht eröffnet und die 140 Delegierten aus den europäischen Kirchen, Gemeinschaften und ökumenischen Institutionen begrüßt. „Das Licht Christi scheint auf alle Menschen“ steht als Motto über der 3. EÖV und als Losung für dieses Brennen im Herzen der europäischen Kirchen. Wir befinden uns auf dem Weg, dem Pilgerweg dieser 3. Europäischen Ökumenischen Versammlung. Sie wird von der Konferenz Europäischer Kirchen (KEK) und dem Rat der Europäischen Bischofskonferenzen (CCEE) getragen und verantwortet und mit den Kirchen Europas gemeinsam gestaltet.
Die erste Station dieser Pilgerschaft war die eben zu Ende gegangene Tagung in Rom, an den Gräbern der Apostel Petrus und Paulus. So standen für die Teilnehmenden dort die beiden Bilder – das des Lichts und das der Pilgerschaft – im Zentrum. Die Delegierten dachten gemeinsam nach über das brennende Herz der Jünger auf ihrem Weg zwischen Jerusalem und Emmaus. Sie hörten vom brennenden Dornbusch (2. Mose 3) als die spürbare, unmittelbare aber nicht zerstörende Nähe Gottes. Und folgten nachdenkend dem Apostel Paulus in seiner Bekehrung (Apg 9) und pilgernd auf den Spuren seines Martyriums. Schließlich feierten die Teilnehmerinnen und Teilnehmer der Versammlung in der Basilika St. Paul furi del mura in Rom die Vesper, zum gemeinsamen Abschluss der Gebetswoche für die Einheit der Christen, in der Papst Benedikt XVI. die Predigt hielt.
Referate und Beiträge
In verschiedenen Referaten aus den Kirchen, aus einzelnen Vorträgen und in Arbeitsgruppen wurden die Themen dieses Pilgerweges erörtert. So stellten zu Beginn der Tagung in Rom, nachdem die einzelnen Kirchengruppen ihr Willkommen ausgesprochen hatten, Landesbischöfin Margot Käßmann und Walter Kardinal Kasper die Situation der Ökumene in Europa dar – dies vor allem aus theologischer Sicht. Ergänzt wurden diese Einschätzungen später durch Kurzberichte aus ökumenischen Projekten in ganz Europa: die Gemeinschaft von Taizé, das Stuttgarter Treffen der geistlichen Gemeinschaften Europas im Jahr 2004, die Geschichte der Ökumene aus katholischer Sicht seit der Enzyklika „Ut Unum Sint“ und die „Ikone der neuen Märtyrer“, die die Märtyrer des 20. Jahrhunderts aus allen Kirchen darstellt. All dies legte Zeugnis dafür ab, wie die Christinnen und Christen in Europa über Konfessionen hinweg in der einen Nachfolge Christi stehen.
Ziel der 3. EÖV
Der Orthodoxe Metropolit Daniel von Moldawien und Bukowina und Kardinal Cormac Murphy-O’ Connor aus Großbritannien formulierten die Themen und die Ziele dieser Dritten Ökumenischen Versammlung. Metropolit Daniel gab den Aufruf an die Delegierten weiter, dass das Thema der Versammlung die Kirchen ermutigen soll: a) gemeinsam den Glauben zu bezeugen, b) sich für die Umkehr und die Erneuerung des Lebens einzusetzen und c) dadurch die christliche Mission in der Welt zu stärken. Der Kardinal formulierte weitere drei Ziele für die Versammlung a) den gegenseitigen Argwohn überwinden; b) die eigene Trägheit überwinden und c) die nagende Ungeduld besiegen. Zusammenfassend zitierte der Kardinal Papst Johannes Paul II. als er in Canterbury zu Besuch war: „Die Liebe wächst durch Wahrheit, und Wahrheit wird uns nahe gebracht auf dem Weg der Liebe.“ Die 3. EÖV hat das Ziel, neue Hoffnung und Begeisterung für den ökumenischen Weg zu entfachen.
Themen
Als Themen für die 3. EÖV wurden die Themen der Charta Oecumenica (www.cccee.ch und www.cec-kek.org) zugrunde gelegt. Die thematischen Foren für Sibiu sind noch nicht endgültig festgelegt, sie werden sich aber voraussichtlich in diesem Spektrum bewegen:
1) Gemeinsam sind wir zur Einheit im Glauben berufen (Charta 1 & 2)
2) Beziehungen zum Islam pflegen (Charta 11)
3) Die Schöpfung bewahren (Charta 9)
4) Die gemeinsame Verantwortung in Europa (Charta 7)
5) Völker und Kulturen versöhnen (Charta 8)
6) Die Gemeinschaft mit dem Judentum vertiefen (Charta 10)
7) Globalisierung (Charta 8)
Diese Themen wurden in Kleingruppen bearbeitet und sind relevant für das Wirken der christlichen Kirchen in Europa. An diesen Themen soll auch weiter gearbeitet werden, in den Gemeinden, den Bewegungen und den Kirchen. Die Delegierten, deren Anzahl pro Land in den nächsten Wochen festgelegt werden wird, werden die Ergebnisse der Beratungen aus dem Prozess in die Versammlung in Sibiu einbringen.
Brief aus Rom
Zum Abschluss der Versammlung in Rom wurde ein „Brief an die Christinnen und Christen in Europa“ verabschiedet, den Sie am Ende der Seite aufrufen und ausdrucken können. Wir bitten Sie, diesen Brief an die zuständigen und interessierten Personen in Ihren Kirchen und Gemeinden weiter zu geben. Adressaten dieses Briefes sind die Ortsgemeinden.
Wie geht es weiter?
In Deutschland gibt es eine gemeinsame Vorbereitungsgruppe, die gerade einen Flyer mit Basisinformationen vorbereitet, den Sie in den nächsten Wochen erhalten werden und mit dem Sie in Ihrer Kirche weiterarbeiten können. KEK und CCEE verstehen die 3. EÖV als einen großen Pilgerweg, dessen erste Station eben in Rom gewesen ist. Die dritte Station wird im Februar 2007 in der Lutherstadt Wittenberg stattfinden und die vierte Station wird dann in Sibiu, die eigentliche Vollversammlung sein. Für die zweite Station, die jetzt nach Rom be-reits begonnen hat, ist kein konkreter Ort benannt, weil die zweite Station dezentral in allen Kirchen, Ländern und Regionen Europas stattfinden soll. In dem „Brief an die Christinnen und Christen in Europa“ wird auf diese zweite Station deshalb auch besonders hingewiesen. Ein Info-Flyer, Materialheft für Gemeinden und anderes mehr sind in Vorbereitung und werden in den nächsten Wochen fertig gestellt.

