Europäische Kirchen rufen zur Feier der Schöpfungszeit auf

Die Schöpfung feiern und bewahren

Die Schöpfung feiern und bewahren ist das Anliegen des 2010 eingeführten ökumenischen Tages der Schöpfung.

(30.08.2016) In einer gemeinsamen Stellungnahme haben der Rat der Europäischen Bischofskonferenzen (CCEE), die Konferenz Europäischer Kirchen (KEK) und das Europäische Christliche Umweltnetzwerk (ECEN)zum gemeinsamem Gebet und zur Stärkung ökumenischer Arbeit zum Schutz der Schöpfung aufgerufen.

Im Sinne des Evangeliums könne die Verantwortung für die Umwelt nie von der Verantwortung für andere Menschen getrennt werden, heißt es in der von den Generalsekretären unterzeichneten Stellungnahme. Die Schöpfung zu respektieren meine nicht allein, die Erde, das Wasser und andere Teile der natürlichen Welt zu schützen und zu bewahren, sondern gleichzeitig werde darin der Respekt für die Menschen ausgedrückt, die das Geschenk der Schöpfung teilen und Verantwortung dafür tragen.

Die Schöpfungszeit vom 1. September bis 4. Oktober (dem Fest des Franziskus von Assisi in der westlichen Tradition) sei in einer wachsenden Zahl von Kirchen in Europa eine besondere Periode in den liturgischen Kalendern, stellen die europäischen Kirchen fest. In diesem Zeitraum erinnern die Kirchen an das Geschenk der Schöpfung. Das Begehen dieser Zeit und ihr Platz im Zyklus christlicher Gebete und Gottesdienste wurde von der 3. Europäischen Ökumenischen Versammlung in Sibiu 2007 empfohlen. Das Europäische Christliche Umweltnetzwerk (ECEN) hat geholfen, Christen zu unterstützen und zu ermutigen, gemeinsam in einem Geist ökumenischer Kooperation zu beten, und Aktionen zur Bewahrung der Schöpfung zu fördern. Die Initiative, einen Tag des Gebetes für Gottes Schöpfung am 1. September, der in der byzantinischen Tradition der Beginn des Kirchenjahres ist, zu begehen, wurde 1989 durch den Ökumenischen Patriarchen Dimitrios ins Leben gerufen. Ebenso entschied Papst Franziskus 2015 , dass der 1. September der Welttag des Gebetes zur Bewahrung der Schöpfung in der katholischen Kirche ist.

In der Erklärung heißt es weiter: "Mit großer Dringlichkeit nehmen wir die Herausforderungen von Umweltzerstörung und Klimawandel wahr, und erkennen, ermutigt von den Worten der Enzyklika Papst Franziskus Laudato Si, unsere gemeinsame Verantwortung an. Wir laden herzlich alle Christen in Europa, die Mitgliedskirchen der KEK und die Bischofskonferenzen der CCEE, die Gemeinden und kirchlichen Gemeinschaften und alle Menschen guten Willens ein, an der Schöpfungszeit teilzunehmen, die Schöpfungszeit in der jeweiligen eigenen liturgischen Tradition gemeinsam zu feiern, und den gemeinsamen christlichen Glauben in Gott den Schöpfer, hochzuhalten. Wir bitten Sie in Ihrem Rahmen Gebete zum Geschenk der Schöpfung anzubieten und an unserem gemeinsamen Gebet teilzunehmen:

Gott, lehre uns, die ganze Schöpfung zu bewahren, alles Leben zu schützen und die Früchte der Erde zu teilen. Lehre uns unsere menschliche Arbeit mit unseren Brüdern und Schwestern zu teilen, insbesondere mit den Armen und Bedürftigen. Gewähre uns treu zu Deinem Evangelium zu sein, und so frohgemut unseren Gesellschaften in unterschiedlichen Ländern über den ganzen Kontinent den Horizont einer besseren Zukunft anzubieten, ausgestattet mit Gerechtigkeit, Frieden, Liebe und Schönheit. Amen."

Erklärung von CCEE, KEK und ECEN im Wortlaut