“Können Christen und Muslime miteinander beten?“ ACK Baden-Württemberg veröffentlicht Broschüre

Bild: ACK BW

(14.02.2019) Was vor einiger Zeit noch als abwegig oder irrelevant abgetan werden konnte, begegnet heute als Frage mitten im Leben christlicher Gemeinden in Baden-Württemberg: „Können Christen und Muslime miteinander beten?“ Die gleichnamige Broschüre gibt keine fertige Antwort, sondern Orientierungshilfe zu einem verantwortlichen Umgang mit dieser Frage. Da die Kirchen zu dieser Frage keine einheitliche Beurteilung oder Antwort haben, können sie im jetzigen Stadium auch keine gemeinsamen Richtlinien geben. Aber sie können miteinander das Problembewusstsein schärfen und die Orientierung für die Praxis fördern.

Unterschiedliche Situationen und Formen

„Können Christen und Muslime miteinander beten?“ In dieser ersten umfassenden ökumenischen Orientierungshilfe zu diesem Thema werden zunächst Beispiele präsentiert, die deutlich machen, wie unterschiedlich die Situationen sind, in denen uns die Fragestellung entgegentritt – und wie vielfältig die Formen sind, in denen dieser Herausforderung faktisch begegnet wird. Ob in Kinder-Tagesstätte, Schule oder Hochschule, bei Trauungen, am Krankenbett oder bei Unglücksfällen und Katastrophen; auch in Familien, gemischten Gruppen und auf gemeinsamen Reisen – überall stellt sich die Frage. Und gemeinsame Friedensgebete gibt es landauf, landab.

Auf ein prominentes Beispiel und Vorbild wird in der Publikation immer wieder Bezug genommen: Im „Internationalen Jahr des Friedens“, das von den Vereinten Nationen 1986 ausgerufen wurde, ergriff Papst Johannes Paul II. die Initiative zu einem in der Geschichte der Religionen erstmaligem Treffen. Er lud Repräsentanten der Kirchen, kirchlichen Gemeinschaften und Religionen der Welt nach Assisi ein, um für den Frieden zu beten. Die Zusammenkunft sollte einen ausschließlich religiösen Charakter haben und vom Gebet, vom Fasten und von der Wallfahrt gekennzeichnet sein. Die Religionen kamen mit ihren Repräsentanten zusammen, um zu beten. Sie wollten nicht „zusammen beten“, d. h. sie sprachen nicht ein „gemeinsames Gebet“, sondern waren „zum Gebet beieinander“: sie waren zugegen, während die anderen beteten, und beteten, während die anderen zugegen waren.

Praktische Hinweise

Neben einer Einführung zum christlichen Verständnis des Gebets findet sich eine Übersicht zu den verschiedenen Formen (und entsprechenden Bezeichnungen) des miteinander Betens samt praktischen Hinweisen zur Vorbereitung gemeinsamer Feiern. Verschiedene Einschätzungen und Stellungnahmen aus den christlichen Kirchen sind zusammengestellt und bieten theologische Grundlegung. Auch eine muslimische Stimme wird gehört. So wird deutlich: Zwar gibt es noch keinen Konsens in dieser Frage, aber alle Beteiligten stellen sich den Herausforderungen der Fragestellung.

Mit Spannungen zwischen unterschiedlich geübter Praxis oder verschiedenen Haltungen (auch Zurückhaltung oder Ablehnung) der Kirchen in solchen Fragen hat die Arbeitsgemeinschaft Christlicher Kirchen schon reichlich ökumenische Erfahrungen gesammelt. Sie kommen in dieser Orientierungshilfe sowohl Christen wie Muslimen zugute.

Exemplare der Broschüre können direkt bei der ACK in Baden-Württemberg zu folgenden Preisen bestellt werden: 1 Expl. € 2,50 zzgl. Versandkosten, ab 60 Exemplaren versandkostenfrei.

Arbeitsgemeinschaft Christlicher Kirchen in Baden-Württemberg
Stafflenbergstraße 46
70184 Stuttgart
E-Mail: ackbw@t-online.de