Mitgliederversammlung und Verleihung des Ökumenepreises am 18./19. September in Augsburg

Mitgliederversammlung Frühjahr 2019 in Hofgeismar, Foto: ACK/Riffert

(11.09.2019). Die Arbeitsgemeinschaft Christlicher Kirchen (ACK) in Deutschland hält am 18. und 19. September 2019 im Haus Sankt Ulrich in Augsburg ihre 245. Mitgliederversammlung ab. Die Mitgliederversammlung beginnt am Mittwoch, 18. September, um 15 Uhr und endet am Donnerstagmittag.

Neben verschiedenen Berichten enthält die Tagesordnung gleich drei Punkte, die in kirchen- oder gesellschaftspolitischer Hinsicht sehr aktuell sind: Zunächst erinnert die Mitgliederversammlung an das Jubiläum 20 Jahre „Gemeinsame Erklärung zur Rechtfertigungslehre“. Dies erfolgt in Form eines Studientages am Mittwochvormittag sowie durch die Annahme einer Erklärung, die der Deutsche Ökumenische Studienausschuss (DÖSTA) dazu vorbereitet hat. Der 1999 von der römisch-katholischen Kirche und vom Lutherischen Weltbund unterzeichneten Erklärung haben sich inhaltlich mittlerweile auch der Weltrat methodistischer Kirchen, die Anglikanische Gemeinschaft sowie die Weltgemeinschaft Reformierter Kirchen angeschlossen.

Ein weiteres Thema auf der Mitgliederversammlung wird die geplante Änderung der Beschäftigungsverordnung sein, die ausländische Seelsorger betrifft. Diese sollen vor Erhalt einer Einreisegenehmigung nach Deutschland beweisen, dass sie über hinreichende deutsche Sprachkenntnisse verfügen. Der Vorstand der ACK hat in einem Brief an die zuständigen Ministerien festgestellt, dass dies erhebliche negative Folgen für die pastorale Praxis mehrerer ACK-Mitgliedskirchen hätte. Der Vorstand erinnert daran, dass die geplante Änderung ins Selbstbestimmungsrecht der Kirchen eingreife, das im Grundgesetz verankert ist.

Gegen Ende der Versammlung diskutieren die Delegierten der ACK mit Rev. Sören Lenz, Exekutivsekretär der Konferenz Europäischer Kirchen in Straßburg, zum Thema „Kurz vor dem Brexit – nach der Wahl. Europa vor einer Zerreißprobe?“

Im Rahmen der Mitgliederversammlung wird am Mittwochabend um 19 Uhr auch der Ökumenepreis der ACK verliehen, der diesmal an das Projekt „Sodener Passion“ geht. Die christlichen Kirchen in Bad Soden am Taunus gestalten seit 16 Jahren die Passionszeit gemeinsam und verbinden dabei verschiedene kulturelle und liturgische Veranstaltungen. Höhepunkt ist dabei der gemeinsame Kreuzweg. Die Jury hatte dieses Projekt aus allen Einsendungen ausgewählt, weil es „Modellcharakter auch für andere örtliche Gegebenheiten und für größere Städte“ haben könne. Der Preis ist mit 3000 Euro dotiert. Schirmherr des Ökumenepreises ist Kardinal Walter Kasper, der ehemalige Präsident des Päpstlichen Rates zur Förderung der Einheit der Christen.