Wie steht es um die Ökumene nach 2017? Mitgliederversammlung der ACK trifft sich in Mainz

Die Delegierten der Mitgliederversammlung der ACK bei ihrer Tagung in Erfurt 2014, Foto: ACK

(08.03.2018) Mit den Perspektiven der Ökumene nach dem Reformationsjubiläum werden sich die 50 Delegierten der Arbeitsgemeinschaft Christlicher Kirchen in Deutschland (ACK) auf ihrer Mitgliederversammlung am 14. und 15. März 2018 im Erbacher Hof in Mainz beschäftigen. Zudem wollen sich die Delegierten über die Lage der verfolgten und bedrängten Christen informieren. Auf einem Studienhalbtag berät die Mitgliedversammlung über die Beschlüsse und ökumenischen Folgen des Heiligen und Großen Konzils der orthodoxen Kirche, das 2016 auf Kreta tagte. 

Wie geht es ökumenisch weiter nach dem Reformationsjubiläum im Jahr 2017? Nach den vielen ökumenischen Schwerpunkten, die im vergangenen Jahr gesetzt wurden, wollen sich die Delegierten der ACK in Deutschland über mögliche Perspektiven austauschen. Dabei steht besonders die multilaterale Ökumene im Interesse der Mitgliederversammlung. Am Ende des Diskussionsprozesses planen die Delegierten, ein Wort zu den Perspektiven nach 2017 zu veröffentlichen.   

In einem Studienschwerpunkt will sich die Mitgliederversammlung der ACK mit den ökumenischen Folgen des Heiligen und Großen Konzils der orthodoxen Kirche beschäftigen. Der orthodoxe Theologe und Geschäftsführer der ACK in Bayern Georgios Vlantis wird dazu Überblick über die Ergebnisse des Konzils in ökumenischer Perspektive geben. Barbara Hallensleben, katholische Theologieprofessorin und Leiterin des Ökumenischen Instituts an der Universität Fribourg/Schweiz sowie Martin Illert, Referent für Orthodoxie im Kirchenamt der Evangelischen Kirche in Deutschland und außerplanmäßiger Professor am Seminar für Ostkirchenkunde der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg werfen aus ihrer konfessionellen Sicht einen Blick auf das Konzil.

Einen weiteren inhaltlichen Schwerpunkt setzen die Delegierten auf die Situation der verfolgten und bedrängten Christen. Besonders die Situation der Christen in Syrien steht dabei im Fokus. Der aus Syrien stammende Rechtsanwalt Tarek Bashour (Gütersloh) hat in einer Studie dokumentiert, welche sakralen Gebäude in Syrien zerstört worden sind. Er wird diese Studie vorstellen und über die Lage der Christen in Syrien berichten.

Zudem wird die Mitgliederversammlung über einen Antrag der Neuapostolischen Kirche als Gastmitglied der ACK in Deutschland beraten. Wenn die Delegierten dem Antrag zustimmen, müssen anschließend die Leitungen der 17 Mitgliedskirchen in einem schriftlichen Verfahren über den Antrag befinden. Für die Aufnahme als Gastmitglied müssen zwei Drittel der Mitgliedskirchen dem Antrag zustimmen.

Anschließend an die Mitgliederversammlung soll in einer „Zwischenstation“ im Erbacher Hof in Mainz auf die verschiedenen Stationen des Rezeptionsprozesses des Dokumentes „Christliches Zeugnis in einer multireligiösen Welt“ zurückgeblickt und Erfahrungen ausgetauscht werden. Dabei soll es darum gehen, bestehende und zukünftige Herausforderungen von Mission und Dialog in einer multireligiösen Welt in den Blick zu nehmen. Zu dieser „Zwischenstation“ laden ab 14 Uhr die Träger des Prozesses missio – Internationales Katholisches Missionswerk und das Evangelische Missionswerk in Deutschland (EMW) in Kooperation mit der ACK und der Evangelischen Allianz Deutschland (EAD) ein. In einem ökumenischen Gottesdienst um 16.45 Uhr in der Karmeliterkirche wird für das Erreichte gedankt. Es predigt Bischof Martin Hein (Kassel), Vorstandsmitglied der ACK in Deutschland.

Die Mitgliederversammlung ist das oberste, beschlussfassende Leitungsorgan der ACK. Sie besteht aus den 50 Delegierten der Mitglieder, Gastmitglieder sowie ständigen Beobachter, die von den Kirchen für die Dauer von fünf Jahren benannt werden. Die Mitgliederversammlung der ACK tagt in der Regel zweimal jährlich, im Frühjahr und im Herbst.

Weitere Informationen zur Veranstaltung „Zwischenstation“ finden Sie unter www.missionrespekt.de.