Diaspora und Sendung - Erfahrungen und Auftrag christlicher Kirchen im pluralen Deutschland

Deutscher Ökumenischer Studienausschuss veröffentlicht neue Studie zum Spannungsfeld von Diaspora und Sendung in einem pluralen Deutschland.

(18.05.2021). Der Deutsche Ökumenische Studienausschuss (DÖSTA) der Arbeitsgemeinschaft Christlicher Kirchen in Deutschland (ACK) hat eine neue Studie unter dem Titel „Diaspora und Sendung – Erfahrungen und Auftrag christlicher Kirchen im pluralen Deutschland“ veröffentlicht.

Die Studie zielt darauf, die plurale kirchliche Situation in Deutschland aus der Perspektive der multilateralen Ökumene differenziert zu beschreiben, theologisch zu analysieren, unter den Leitkategorien „Diaspora und Sendung“ zu deuten und konkrete Handlungsoptionen für die Kirchen und Gemeinden daraus abzuleiten.

Katharina Bracht, Mitglied des DÖSTA und Herausgeberin der Studie, betont: „Im DÖSTA haben wir durch die große Breite der in unserem Gremium vertretenen kirchlichen Traditionen die einmalige Möglichkeit, Gemeinsamkeiten und Unterschiede in bestimmten Themenfeldern herauszustreichen und darüber miteinander – in ökumenischem Vertrauen auch sachlich kontrovers – ins Gespräch zu kommen.“ Bei dem Thema „Diaspora und Sendung“ habe sich während der Erarbeitungsphase gezeigt, dass sich alle Kirchen in Deutschland in einer jeweils anders zu definierenden Diasporasituation befänden. „‚Diaspora‘ ist griechisch und bedeutet Zerstreuung – oder Verstreuung“, ergänzt Thomas Söding, Vorsitzender des DÖSTA und Mitherausgeber der Studie: „Obwohl es in Deutschland immer noch das Verhältnis von Mehrheits- und Minderheitskirchen gibt, so zeigt sich doch durch die zunehmende Pluralität auch eine steigende Diasporasituation aller Kirchen“. Die Studie zeigt Chancen auf, wie die Kirchen ihre je unterschiedlichen Diaspora-Bezüge für die ökumenische, kulturelle und zivilgesellschaftliche Entwicklung in Deutschland fruchtbar machen können.

„Das Thema der Studie ist zeitlos und doch immer wieder brandaktuell“, betont der Vorsitzende der ACK, Erzpriester Radu Constantin Miron, und ergänzt, dass die Studie ein facettenreiches Bild zeichne, „das in die Schwarz-Weiß-Malerei von rein negativ betrachteter Diaspora und rein positiv betrachteter Sendung Grautöne einfügt, die manche vorgeprägten Meinungen hinterfragen und aufbrechen.“

 

Informationen:

Katharina Bracht / Thomas Söding (Hg.), Diaspora und Sendung. Erfahrungen und Auftrag christlicher Kirchen im pluralen Deutschland (Beihefte zur Ökumenischen Rundschau 134), Evangelische Verlagsanstalt Leipzig 2021, 368 Seiten, 38 Euro.

Der Bestellschein kann hier heruntergeladen werden.