Ruf nach Frieden - zentraler Bittgottesdienst zur FriedensDekade

Den Traum vom Frieden durch Zusammenhalt leben

(17.11.2022) Großer Andrang herrschte am Mittwochabend beim zentralen Bittgottesdienst für den Frieden unter dem Motto „ZUSAMMEN:HALT“ in der Kaiser-Wilhelm-Gedächtniskirche in Berlin. So groß, dass zu zweit in die Begleithefte geschaut werden musste und die Gemeinde das Motto der Friedensdekade selbst aufgriff und die Gottesdienstabläufe zusammenhielt.

 

„Der Wunsch nach Frieden treibt die Menschen um“, fasst Kathrin Oxen, Pfarrerin an der Kaiser-Wilhelm-Gedächtniskirche ihre Erfahrungen aus den vergangenen Wochen und Monaten zusammen. Während der Ökumenischen FriedensDekade fanden täglich vom 6. bis 16. November Veranstaltungen in der Gemeinde vor Ort statt. „Die Kirche ist zu einem wichtigen Ort geworden, an dem auch über ein neues persönliches Friedensnarrativ nachgedacht wird“, zieht die Pfarrerin ein Fazit des 10-tägigen Aktionszeitraumes für den Frieden.

 

Menschen aus ehemaligen Kriegsgebieten eine Stimme verliehen

Lydia Funck, Generalsekretärin des europaweiten ökumenischen Netzwerkes „church and peace“, zitierte in ihrer Predigt aus einem Schreiben von Menschen aus dem ehemaligen Jugoslawien an die Menschen in der Ukraine: „Lasst nicht zu, dass die Gewalt eure Seele umkrempelt!“ Aus dem eigenen Erleben wissen sie, „dass der Friede nicht durch Waffen, sondern durch menschliche Beziehungen gesichert wird“. Eindringlich ermutigte die junge Mennonitin Funck „den Teufelskreis des Krieges zu durchbrechen“ und einen spirituellen Widerstand gegen toxische Denkmuster zu leisten.

 

Vereinter Ruft nach Frieden der Christen aller Konfessionen

Die Stimmen der Knaben und jungen Männer des Staats- und Domchores Berlin sangen die Botschaft in die Herzen der Besucherinnen und Besucher: „Friede muss es nun werden in dieser Welt! Friede, Friede!“

Unterschiedliche Kirchentraditionen wurden in dem ökumenischen Gottesdienst hörbar. Nach einer orthodoxen Friedensektenie und einem Friedensgebet nach Franz von Assisi stimmte die Gottesdienstgemeinde mit ein in das fast 1700 Jahre alte Glaubensbekenntnis von Nizäa und Konstantinopel.

„Wir als Christen können nur gemeinsam, über unsere konfessionellen Grenzen hinweg, etwas verändern“, vertraut Monsignore Hansjörg Günther, Vorsitzender des Ökumenischen Rates Berlin-Brandenburg (ÖRBB), auf die Kraft der Ökumene. „Das wurde heute wieder spürbar und sollte uns angesichts der Herausforderungen unserer Zeit bewusst sein!“

Der Vorsitzende der Arbeitsgemeinschaft Christlicher Kirchen in Deutschland (ACK), Erzpriester Radu Constantin Miron, rief ins Bewusstsein, dass nicht nur in der Ukraine und Armenien, sondern derzeit in über 40 Ländern kriegerische Auseinandersetzungen herrschten.

Stimmen aus Politik und Gesellschaft unterstreichen Rolle von Kirche für Zusammenhalt

In den anschließenden Grußworten für Land und Stadt wurden Aspekte der Predigt aufgegriffen. Staatssekretär für Kultur und Europa des Landes Berlin, Gerry Woop, unterstrich mit Erinnerung an vorherige kriegerische Auseinandersetzungen in Europa: „Friede ist eine Daueraufgabe!“ „Kriege dürfen kein Mittel der Politik sein“, betonte der Politikwissenschaftler und ergänzte: „Es ist wichtig, dass sich die Kirchen für die Demokratie einsetzen.“

Bezirksstadtrat von Charlottenburg-Wilmersdorf, Arne Herz, appellierte an die Verantwortung jedes Menschen: „Jeder von uns kann sein Scherflein dazu beitragen, dass der Traum vom Frieden Realität werden kann.“