Deutscher Ökumenischer Studienausschuss feiert 75-jähriges Bestehen - Theologische Kompetenz im Dienst an der Einheit

Hamburg/Frankfurt am Main (14.11.2025). Der Deutsche Ökumenische Studienausschuss (DÖSTA) wurde 1950 als eine ständige Einrichtung der Arbeitsgemeinschaft Christlicher Kirchen in Deutschland (ACK) zur Förderung und Pflege der Ökumene in Lehre und Forschung gegründet. Er setzt sich vornehmlich aus Lehrkräften an Fakultäten, Ökumenischen Instituten und sonstigen theologischen Ausbildungsstätten der ACK-Kirchen zusammen. Im Rahmen seiner Herbstsitzung am 14. November in Hamburg wurde das 75-jährige Bestehen in einem kleinen Festakt begangen.

In Hamburg treffen sich die Mitglieder des DÖSTA zu ihrer Herbsttagung (Quelle: ACK in Deutschland | Hammes).

Erinnerung an Meilensteine und Blick in die Zukunft

Zu Beginn des Festaktes erinnerten die beiden Vorsitzenden des DÖSTA, Dr. Yauheniya Danilovich (Münster) und Prof. Dr. Julia Knop (Erfurt), an die vielen theologischen Studien, die das Herzstück der Arbeit des DÖSTA bilden. Neben dem aktuellen Studienprojekt, das sich dem Thema „Sprache(n) des Gebets“ widmet, wiesen sie auf das Projekt „Diaspora und Sendung“ sowie auf die Beschäftigung mit der Gottesfrage hin. Sie erinnerten auch an die vielen Theologinnen und Theologen, die im Laufe der Jahre die Arbeit des DÖSTA engagiert vorangetrieben haben. Der DÖSTA wolle, so die Vorsitzenden, „auch in Zukunft ein Ort sein, an dem die normative Kraft der Tradition mit der prophetischen Forderung der Nachfolge in Dialog“ trete. Dabei sei das Ziel des DÖSTA weiterhin, die Hindernisse auf dem Weg zur Einheit durch ökumenische Verständigung und theologische Reflexion aus dem Weg zu räumen, das gegenseitige Vertrauen unter den Kirchen zu stärken und konfessionelle Vorurteile abzubauen.

 

Grußwort des Vorsitzenden der ACK

Der Vorsitzende der ACK, Reverend Christopher Easthill, überbrachte die Glückwünsche der 25 Mitgliedskirchen der ACK in einem Grußwort zu Beginn des Festaktes. Darin brachte er auch seinen Dank für die jahzehntelange Arbeit des DÖSTA zum Ausdruck, die immer wieder auch die Diskussionen innerhalb der ACK bereichert habe: Als „theologisches Herzstück“ stelle der DÖSTA sicher, „dass unsere ökumenische Zusammenarbeit nicht nur ein freundliches Miteinander ist, sondern fest in der biblischen Wahrheit und der Lehre unserer Kirchen verankert bleibt und diese vielleicht auch ein klein wenig verändert“. In einer Welt, in der einfache Antworten an der Tagesordnung seien, sei der DÖSTA ein Ort, „an dem sachlich kontroverse, aber immer zielführende Diskussionen geführt werden“, so der Vorsitzende der ACK. Damit sei das Gremium „ein Beispiel für eine gelebte und respektvolle Debattenkultur, die den anderen und die andere in ihrem Streben nach der Wahrheit ernst nimmt und Wege der Einheit und des gemeinsamen Verständnisses sucht“.

 

Festvortrag von Prof. Dr. Uwe Swarat

Prof. Dr. Uwe Swarat war von 2006 bis 2015 Vorsitzender des DÖSTA. In seinem Festvortrag mit dem Titel „Kirchliche Gemeinschaft in Einheit, Freiheit und Liebe“ wies er auf das Spannungsverhältnis zwischen den drei Attributen hin und erschloss es für die ökumenische Arbeit des DÖSTA: „Die Einheit der Kirche ist immer Einheit in Vielfalt und lässt somit Freiheitsräume, in denen sich Unterschiede entwickeln können.“ Und dennoch sei ökumenisch auszuloten, welche Elemente die Einheit konstituieren und welche als legitime konfessionsspezifische Ausformungen verstanden werden können. Dafür sei entscheidend, „dass beide, Einheit und Freiheit, nur in christlicher Liebe so gelebt werden können, dass sie nicht neue Konflikte produzieren“, so Swarat. Die Herausforderung bestehe darin, mit diesem Spannungsverhältnis so umzugehen, dass es „den Leib Christi aufbaut“, dies könne nur in „Liebe als Frucht des Heiligen Geistes bewältigt werden“, so der baptistische Theologe. Und Swarat schloss mit dem Wunsch an den DÖSTA, die gleichzeitige Verwirklichung von Wahrheit und Liebe immer wieder anzustreben.

Grußwort des ACK-Vorsitzenden