Vorsitzender der ACK bei Studientagung über Antisemitismus der ACK Bayern

Das Podium beim Studientag der ACK Bayern zum Thema Antisemitismus in unseren Kirchen.

(11.10.2019) Der Vorsitzende der ACK Deutschland, Erzpriester Radu Constantin Miron, hat bei der Studientagung der ACK Bayern zum Thema „Hinschauen: Judenfeindschaft in unserer Gesellschaft“ in Fürstenried bei München mitgewirkt. Bei einer Podiumsdiskussion zum Thema „Judenfeindschaft in unseren Kirchen“ am Nachmittag betonte Erzpriester Miron, dass jeglicher Form von Antisemitismus entschieden entgegengetreten werden müsse.

Gleichzeitig wies er aus orthodoxer Perspektive darauf hin, dass die Orthodoxie eine lange gemeinsame Geschichte mit dem Judentum habe und bis heute der reiche Schatz des Alten Testaments in der Liturgie vorkomme. Dass es aber weiterhin auch historische Verwundungen gebe und einige liturgische Texte vom heutigen Standpunkt betrachtet fragwürdig seien, gab Erzpriester Miron zu. Hier sah er alle Kirchen in der Pflicht, in Fragen der Katechese und der Vermittlung von Glaubensinhalten, Aufklärung zugunsten einer Förderung des Dialogs mit dem Judentum zu betreiben.

Vor dem Hintergrund der Anschläge am 9. Oktober 2019 auf die Synagoge in Halle (Saale) bekam das schon länger feststehende Thema der Studientagung eine aktuelle Brisanz. In diesem Zusammenhang versicherte Erzpriester Miron allen jüdischen Mitbürgerinnen und Mitbürgern die Solidarität aller in der ACK Deutschland zusammengeschlossenen Mitgliedskirchen. Dies drückte er zusätzlich in Briefen an den Zentralrat der Juden aus: „Es ist ein schönes Zeichen, wenn Christinnen und Christen in diesen Zeiten zusammen gegen Judenfeindschaft in der Gesellschaft zu den Synagogen gehen und ihr Mitgefühl ausdrücken.“, so Erzpriester Miron. Er betonte, dass solche spontanen Solidaritätsbekundungen wichtig seien, es aber vor allem auch darum gehe, dem schleichenden und täglichen Antisemitismus entschieden entgegenzutreten und das interreligiöse Miteinander vor Ort zu fördern. Die ACK arbeitet zu diesem Zweck mit dem Zentralrat der Juden und den vier muslimischen Verbänden des Koordinierungsrates der Muslime im Projekt „Weißt du, wer ich bin?“ zusammen, das die Durchführung interreligiöser Projekte auf lokaler Ebene fördert. Die konkrete Begegnung und Zusammenarbeit an einem Ort stärke die Verständigung und helfe, Vorurteile abzubauen und Ängsten zu begegnen. „Für ein friedliches Miteinander der Religionen in Deutschland steht die Gemeinschaft der Mitgliedskirchen in der ACK ein“, bekräftigt Erzpriester Miron.

Auf der Homepage der ACK Bayern gibt es Berichte und Fotos zum Studientag.