Sechste Dialogphase der Internationalen Lutherisch/Römisch-Katholischen Kommission für die Einheit

Moravske Toplice (12.02.2026). Katholische und lutherische Theologen trafen sich in Slowenien, um mit dem Entwurf einer gemeinsamen Erklärung zum 500. Jahrestag des Augsburger Bekenntnisses zu beginnen.

Die Kommissionsmitglieder der 6. Phase des Lutherisch-Katholischen Dialogs bei ihrer Zusammenkunft in Moravske Toplice (Slowenien) vom 2.-8. Februar 2026. Bild: Evangelical Church of the Augsburg Confession in Slovenia

„Wir haben neue Perspektiven erkannt und das tiefe ökumenische Potenzial des Augsburger Bekenntnisses hervorgehoben“, sagte Prof. Dr. Dirk Lange, stellvertretender Generalsekretär des Lutherischen Weltbundes (LWB) für ökumenische Beziehungen, nach dem Auftakt einer neuen Phase des theologischen Dialogs mit der römisch-katholischen Kirche.

Die Teilnehmer der sechsten Phase der Internationalen Lutherisch-Katholischen Kommission für die Einheit trafen sich vom 2. bis 8. Februar auf Einladung der lutherischen Gemeinde in der Stadt Moravske Toplice im Nordosten Sloweniens. Während der Woche traf sich die Gruppe mit dem katholischen Erzbischof von Ljubljana, Stanislav Zore, und besuchte den St. Nikolaus-Dom in der Hauptstadt. Zudem trafen sie die slowenische Präsidentin Nataša Pirc Musar, die die Kommission in ihrer Arbeit bestärkte und betonte, wie wichtig das Zeugnis des Dialogs in einer stark polarisierten Welt sei.

Ein Schwerpunkt dieses ersten Treffens war laut Prof. Lange die Ausarbeitung einer gemeinsamen Erklärung anlässlich des bevorstehenden 500. Jahrestages des Augsburger Bekenntnisses im Jahr 2030. „Unser Treffen ist sehr gut angelaufen, da sich die Mitglieder mit zwei zentralen Präsentationen zur Geschichte und zum Inhalt des Augsburger Bekenntnisses, seinem Kontext im Jahr 1530 und seiner Rezeptionsgeschichte befasst haben“, erklärte er.

Fortsetzung einer 60-jährigen Tradition des lutherisch-katholischen Dialogs

Die Kommission wird gemeinsam von Bischöfin Patricia Lull, die die „Saint Paul Area Synod“ der Evangelisch-Lutherischen Kirche in Amerika leitet, und von Bischof Raimo Goyarrola, dem Leiter der Diözese Helsinki (Finnland), geleitet. Ihr gehören Mitglieder aus allen Teilen der Welt an: von Argentinien bis Australien, von Namibia bis Indonesien, aus Nordamerika und aus den drei europäischen Regionen des LWB.

Rückblickend auf die Arbeit der Kommission stellte Lange fest, dass sie eine lange Tradition des lutherisch-katholischen Dialogs fortsetzt, die vor über 60 Jahren im Gefolge des wegweisenden Zweiten Vatikanischen Konzils der römisch-katholischen Kirche begann. „1965 trat der amerikanische lutherische Theologe George Lindbeck an den damaligen Sekretär des vatikanischen Sekretariats zur Förderung der Einheit der Christen, Pater Jan Willebrands, heran“, erinnerte er sich. „Diese informellen Gespräche führten 1967 zum Beginn des offiziellen Dialogs zwischen dem LWB und der römisch-katholischen Kirche.“

„Unsere Gespräche in Slowenien waren lebendig und produktiv und lassen uns mit großer Hoffnung auf die vor uns liegende Arbeit blicken.“ 
Prof. Dr. Dirk Lange, Stellvertretender LWB-Generalsekretär für ökumenische Beziehungen

Die erste Phase dieses Dialogs brachte den Malta-Bericht hervor, der „in seiner Absicht visionär war und mehrere Entwicklungslinien und Fragen skizzierte, die die folgenden Arbeitsphasen der Kommission definieren sollten“, so Lange weiter. Die produktive zweite Phase brachte sechs Dokumente hervor, darunter das Dokument Alle unter einem Christus von 1980, das an den 450. Jahrestag des Augsburger Bekenntnisses erinnerte.

„Eine Schlüsselfrage, mit der sich die sechste Phase unserer Kommission zu beschäftigen begann, waren die Veränderungen, die seit 1980 stattgefunden haben“, sagte Lange. Dazu gehören die wegweisende Gemeinsame Erklärung zur Rechtfertigungslehre, die 1999 unterzeichnet wurde, und das Dokument Vom Konflikt zur Gemeinschaft, das den Weg für das gemeinsame 500-jährige Reformationsgedenken im Jahr 2017 ebnete. „Unsere Gespräche in Slowenien waren lebendig und produktiv“, schloss Lange, „was uns große Hoffnung für die kommenden Sitzungen und die vor uns liegende Arbeit gibt.“

Der Auftakt der sechsten Phase der Internationalen Lutherisch-Katholischen Kommission für die Einheit fand vom 2. bis 8. Februar statt. Gastgebend war die Evangelische Kirche des Augsburger Bekenntnisses in Slowenien, deren derzeitiger Bischof Aleksander Erniša sowie Altbischof Leon Novak begleiteten das Treffen. Das nächste Treffen ist für Februar 2027 geplant.

Text: Lutherischer Weltbund