In seinem Grußwort, das zugleich seinen ersten Auftritt bei einer EKD-Synode markierte, übermittelte Easthill die Grüße und Segenswünsche der übrigen 24 Mitglieds- und Gastkirchen der ACK. Dabei hob er hervor, wie sehr die ökumenische Gemeinschaft vom gegenseitigen Lernen und gemeinsamen Handeln lebt: „Vielleicht können wir etwas von Ihnen lernen – eventuell sogar auch umgekehrt. Dabei geht es ja gerade in der Ökumene darum, voneinander zu lernen“, sagte Easthill.
Rückblickend erinnerte der anglikanische Theologe an mehrere bedeutende ökumenische Jubiläen im Jahr 2025, darunter 1700 Jahre Konzil von Nizäa, 500 Jahre Täuferbewegung, das 100-jährige Jubiläum der „Life and Work“-Konferenz in Stockholm sowie an die Bildung eines vorläufigen Rates der EKD in Treysa vor 80 Jahren. Diese historischen Ereignisse, so Easthill, prägten die Kirchen bis heute – „im Guten wie im Schlechten“. Sie erinnerten daran, dass sich die Kirchen immer wieder prüfen und verändern müssten, um glaubwürdig zu bleiben.
Besonderes Gewicht legte Easthill auf die neue, vor wenigen Tagen in Rom unterzeichnete revidierte Fassung der Charta Oecumenica. Sie enthält eine erneuerte Vision und konkrete Handlungsempfehlungen für das gemeinsame Zeugnis der Kirchen in 14 Arbeitsfeldern. „Nur zusammen kann die christliche Stimme in der Gesellschaft richtig gehört werden“, betonte Easthill. „Angesichts von Kriegen, Konflikten, Populismus und Hassbotschaften ist diese Stimme zwingend und dringend notwendig.“
Auch zur thematischen Ausrichtung der Synode nahm Easthill Bezug. Das EKD-Schwerpunktthema „Kirche und Macht“ biete Gelegenheit, über Verantwortung, Legitimation und Missbrauch von Macht nachzudenken – innerhalb der Kirche wie auch in ihrem Verhältnis zur Gesellschaft. „In der Gesellschaft haben die Kirchen keine Macht mehr – Gott sei Dank! Aber Einfluss sollten wir haben, denn wir haben Worte der Wahrheit und eine gute Nachricht für diese Welt“, sagte Easthill.
