Die Wunden der Schöpfung heilen! Zentraler Gottesdienst zum Ökumenischen Tag der Schöpfung in Karlsruhe – Internationale Mitwirkende fordern zum Handeln auf

Bischof Athenagoras von Nazianzos von der Griechisch-Orthodoxen Erzdiözese von Amerika. Foto: ACK / Riffert

Karlsruhe/Frankfurt (2.9.2022). Ganz im Zeichen eines konsequenten christlichen Engagements für die Umwelt stand der Ökumenische Tag der Schöpfung in Karlsruhe am 1. September. Die Arbeitsgemeinschaft Christlicher Kirchen in Deutschland (ACK) hatte ihn gemeinsam mit der ACK in Baden-Württemberg und der ACK in Karlsruhe vorbereitet. Das Motto „Die Liebe Gottes versöhnt und eint die leidende Schöpfung“ war bewusst angelehnt an das der zeitgleich stattfindenden Vollversammlung des Ökumenischen Rats der Kirchen: „Die Liebe Christi bewegt, versöhnt und eint die Welt“.
Zunächst präsentierte sich die ACK am Friedrichsplatz gemeinsam mit Kirchengemeinden und zivilgesellschaftlichen Akteuren aus dem Umweltbereich. Dadurch wurde die Notwendigkeit des gemeinsamen Engagements aller Menschen und Gruppen guten Willens unterstrichen.
 

Alle müssen handeln
Höhepunkt des Tages war der zentrale Gottesdienst auf dem Marktplatz von Karlsruhe.

Bischof Athenagoras von Nazianzos von der Griechisch-Orthodoxen Erzdiözese von Amerika hielt die Predigt. Der gebürtige Deutsche erteilte dem Argument eine Abfuhr, dass Menschen die Natur ausbeuten dürften, weil Gott den Menschen zum Herrscher über alles gemacht habe. „Die Verschmutzung der Luft und des Wassers, steigende Temperaturen, Gefährdung und Aussterben der Arten sind die Folgen des Missbrauchs der uns anvertrauten Natur“, betonte Bischof Athenagoras. Nun gelte es, „die Wunden zu heilen, die wir der Schöpfung zugefügt haben“. Es müsse rasch gehandelt werden, damit nicht noch größerer Schaden entstehe. Die Verantwortung dafür liege nicht nur bei Politikern und Wirtschaftsverantwortlichen, sondern alle müssten handeln. „Uns obliegt es, als prophetische Stimme alle zur Umkehr aufzurufen“, fügte der Bischof hinzu.

Baumgeschenk für Karlsruhe
Im Rahmen des Gottesdienstes wurde dem Karlsruher Bürgermeister Dr. Albert Käuflein symbolisch eine Esche geschenkt, die auf dem städtischen Grundstück der Christuskirche als Ersatz für einen abgestorbenen Baum gepflanzt werden soll. Die Pflanzung soll im November erfolgen. Ehrenamtliche Mitglieder der ACK werden sich um den jungen Baum kümmern und ihn beispielsweise bei Trockenheit wässern. Gemeinden der örtlichen ACK planen zudem die Übernahme von Patenschaften für weitere Bäume. Nach dem Gottesdienst erhielten die Teilnehmerinnen und Teilnehmer je ein Päckchen bienenfreundlichen Blumensamens überreicht, damit sie bei sich zu Hause zur Versöhnung mit der Schöpfung beitragen können.

Die Kollekte des Gottesdienstes wurde gleichwohl Menschen zugedacht: Die insgesamt rund 2.200 Euro kommen Bedürftigen aus und in der Ukraine zugute. Die Übermittlung von Hilfsgütern erfolgt durch die Diakonie Karlsruhe.

Tag der Hoffnung
Anschließend fand im Bürgersaal des Rathauses der Jahresempfang der ACK statt. Der Vorsitzende der ACK in Deutschland, Erzpriester Radu Constantin Miron, dankte dem Karlsruher Oberbürgermeister Dr. Frank Mentrup für die Begegnung. In seinem Grußwort bezeichnete Mentrup den 1. September als „Tag der Hoffnung“, denn der Tag der Schöpfung habe gezeigt, dass immer mehr Menschen Verantwortung für den Schutz der Umwelt übernehmen wollten.

Eine Bildergalerie mit Impressionen des Tages gibt es hier.