Weit mehr als 100 Gäste und Beteiligte aus Kossin, der Region sowie aus verschiedenen Kirchen kamen zu der feierlichen Veranstaltung zusammen, die von einer gemeinsamen Andacht mit Friedensgebet eröffnet wurde. Anschließend überreichte die ACK den Hauptpreis im Rahmen eines öffentlichen Festaktes.
Gelebte Einheit im Kleinen: Ein Projekt, das Hoffnung stiftet
In ihrer Laudatio würdigte Jurorin Anneke Gerken das ausgezeichnete Projekt als „Hoffnungszeichen weit über Kossin hinaus“. Die Jury habe besonders beeindruckt, wie in einem von demografischem Wandel und Diaspora geprägten Umfeld lebendige ökumenische Gemeinschaft wachse: „Evangelische, neuapostolische, altlutherische und konfessionsfreie Menschen gestalten hier gemeinsam Gottesdienste, Andachten und Begegnungen. Geflüchtete aus der Ukraine, Nachbarinnen und Nachbarn aus der Region und sogar Gäste aus einem nahegelegenen buddhistischen Zentrum finden hier zusammen. Kossin zeigt, dass Kirche auch dort wächst, wo Menschen sich mutig, offen und mit einem großen Herzen begegnen.“ Die „Kossiner Nachmittage“ und „Silvester in Kossin“ haben sich zu einem Ort der Begegnung entwickelt, an dem Gemeinschaft entsteht, wo Strukturen kleiner werden und Wege weit sind. Mitunter füllt sich die kleine Kirche des Dorfes zu besonderen Anlässen mit 50 bis 80 Personen. Die ACK sieht das ausgezeichnete Projekt als inspirierendes Beispiel dafür, wie kirchliches und gesellschaftliches Leben in ländlichen Räumen neu aufblühen kann. Ein „Netz der Verbundenheit“, so die Jury, trage Menschen miteinander – gegen Vereinsamung, gegen das Gefühl, „zu wenige“ zu sein, um etwas zu bewegen.
Grußwort des Schirmherrn
Der Schirmherr des Ökumenepreises, Prof. Dr. Heinrich Bedford-Strohm, Moderator des Ökumenischen Rates der Kirchen, gratulierte in einem eingespielten Grußwort: „Mit Ihrem Projekt zeigen Sie auf eindrückliche Weise, wie lebendig Ökumene werden kann – und das an einem Ort, an dem man es vielleicht zunächst gar nicht erwarten würde. In Kossin entsteht ein Leuchtturm gemeinschaftlichen Glaubens und Lebens, der weit über das Dorf hinausstrahlt.“
Ein ökumenisches Jahr voller Jubiläen
Die Geschäftsführerin der ACK in Deutschland, Dr. Verena Hammes, und Projektleiterin Anna Tanriverdi betonten in ihrem Dialogbeitrag die besondere Bedeutung des Jahres 2025:
1700 Jahre Konzil von Nizäa, 500 Jahre Täuferbewegung und ein gemeinsamer Ostertermin der Ost- und Westkirche machten 2025 zu einem „ökumenischen Schlüsseljahr“. Dies habe sich auch in der Vielfalt der über 50 Bewerbungen widergespiegelt. Neben dem Hauptpreis vergab die Jury in diesem Jahr zwei Sonderpreise sowie einen Jurypreis.
Ablauf des Festtages
Die Preisverleihung begann um 14.30 Uhr mit einer Andacht und einem Friedensgebet im Rahmen der Ökumenischen FriedensDekade. Nach der Festrede und der Überreichung des Preises bot ein gemeinsames Get-together Raum für Begegnung, Gespräche und Austausch.
