Das Reformationsjubiläum ist eine ökumenische Chance

An dieser Tür der Schlosskirche in Wittenberg soll Martin Luther im Oktober 1517 seine 95 Thesen angeschlagen haben. Heute sind auf den Türen alle Thesen abgebildet. Foto: ACK

(30.10.2017) In den Feierlichkeiten zum 500. Gedenken an den Beginn der Reformation sieht die Arbeitsgemeinschaft Christlicher Kirchen in Deutschland eine ökumenische Chance. An zahlreichen Orten haben bereits schon viele ökumenische Veranstaltungen stattgefunden und zu neuen Impulsen geführt. Der größte Erfolg des Reformationsjubiläums sei es, dass man das Fest ökumenisch begehe und die Kirchen enger zusammengewachsen seien: „Es wird nicht die Trennung gefeiert, sondern der Reichtum unseres Glaubens, den die Reformatoren von der gemeinsamen Quelle her erneuern wollten“, sagte Bischof Karl-Heinz Wiesemann, Vorsitzender der ACK in Deutschland. Er zeigte sich sehr dankbar für die ökumenische Weitung der Feierlichkeiten. Nun gelte es, weitere Schritte zu gehen: „Mögen die vielen Verpflichtungen, die vielen Gesten, die wir in diesem Jahr ausgetauscht haben, nun weiter Früchte tragen, und uns gemeinsam immer m ehr zusammenbringen.“ 

Wort "Versöhnt miteinander" zu 500 Jahre Reformation

Bereits im vergangenen Jahr hatte die Mitgliederversammlung der ACK ein gemeinsames Wort zu 500 Jahre Reformation verabschiedet. In fünf Schritten regt das Wort "Versöhnt miteinander" dazu an, das Jahr 2017 ökumenisch zu betrachten, die Impulse der Reformation aufzunehmen, gemeinsam die Folgen der Kirchenspaltung zu bedenken, wechselseitig voneinander zu lernen und die Zukunft ökumenisch zu gestalten. Mit dem gemeinsamen Wort ermutigte die Mitgliederversammlung der ACK dazu, auch auf regionaler und lokaler Ebene in ökumenischer Gemeinschaft das Jahr 2017 als Christusfest zu feiern. „Gemeinsam leben wir in dem Bewusstsein, dass die Gaben des Geistes Gottes, die in einer christlichen Kirche bewahrt worden sind und gegenwärtig gelebt werden, auch andere Kirchen bereichern können“, heißt es in dem Wort. Gemeinsam könne man die durch die Reformation wieder in den Mittelpunkt gerückten biblischen Einsichten ökumenisch feiern. Dazu gehörten die Wertschätzung der Bibel als der gemeinsamen Basis des Glaubens, die Ausrichtung des christlichen Glaubens an der Gnade Gottes sowie die Überzeugung von dem in Glaube und Taufe begründeten Priestertum aller Christinnen und Christen. Dies sei untrennbar vom Gedenken an die zahlreichen Opfer religiös motivierter Gewalt: „Kriege, Vertreibungen und Hinrichtungen wurden im Namen Gottes gerechtfertigt“, beklagen die Kirchen in dem Wort. Daher wolle man sich gemeinsam um die Heilung der leidvollen Erinnerungen bemühen.

Das Wort "Versöhnt miteinander" und zahlreiche Impulse zum Reformationsgedenken sind in einer Broschüre zusammengefasst, die Sie hier bestellen oder hier herunterladen können.