Grußwort des Schirmherrn

Foto Schirmherr
Kardinal Walter Kasper (© Kardinal Walter Kasper Stiftung)

In einer Ökumene des Lebens können wir heute schon viel mehr gemeinsam tun, als dies im Allgemeinen geschieht: gemeinsames Lesen der Heiligen Schrift, gegenseitiges Kennenlernen, Austausch geistlicher Erfahrung, Zusammenwirken im Bereich des karitativen und sozialen Einsatzes, in der Entwicklungshilfe, beim Schutz des Lebens, der Umwelt, in der Öffentlichkeitsarbeit, in der Theologie und so weiter. Hier sind alle Christen gefragt. Diese Ökumene des Lebens wird durch gemeinsame Aktivitäten an der Basis aufgebaut und genährt. Dieses multilaterale ökumenische Miteinander, gemeinsame Aktionen und Projekte, kreative Ideen und die gegenseitige Teilhabe am geistlichen Leben und dem spirituellen Schatz der jeweiligen Tradition führen zu einem veränderten Klima. Da werden Verständnis und Einverständnis möglich. Dann freut man sich aneinander. Dann ist Ökumene plötzlich nicht mehr nur ein mühsames Geschäft, das viel Geduld abverlangt. Ein solches ökumenisches Miteinander, eine solche Ökumene des Lebens macht nicht verdrossen. Sie schenkt Freude, Hoffnung und Zuversicht. Sie wird als das Werk des Heiligen Geistes erfahren, der immer wieder neu für Überraschungen gut ist. Auf diese Art von Ökumene sollten wir bauen.

Diese Art von Ökumene möchte der Ökumenepreis der Arbeitsgemeinschaft Christlicher Kirchen in Deutschland fördern. Die ACK zeichnet beispielhaft Initiativen aus, die auch von anderen Kirchen aufgegriffen und weitergeführt werden können. Letztlich geht es nicht um einen Wettbewerb, sondern um das gegenseitige Befruchten mit ökumenischen Ideen.

Es gibt keine Alternative zur Ökumene. Wenn wir im Glauben tun, was wir können, dürfen wir sicher sein, dass auch Gottes Geist sein Werk tut und uns als eine Herde unter seinem Hirten zusammenführt (Joh 10,16).

So ermutige ich herzlich alle Gemeinden und ökumenischen Projekte, sich bei dem Ökumenepreis der Arbeitsgemeinschaft Christlicher Kirchen in Deutschland zu beteiligen und bedanke mich bei allen, die sich mit großem Engagement, Kreativität und Ideenreichtum für die Ökumene einsetzen.