Das Konzil von Nizäa prägte mit seinem Glaubensbekenntnis und seinen Beschlüssen die christlichen Konfessionen nachhaltig und setzte Maßstäbe für kirchliche Entscheidungsprozesse. Zugleich unternahmen die Konzilsväter den Versuch, das Ideal einer geeinten Kirche in Lehre und Praxis zu formulieren.
Der Band „1700 Jahre Konzil von Nizäa. Vom Ereignis zur Rezeption“ greift diese Impulse auf und führt sie in aktuellen ökumenischen Debatten weiter. Die Beiträge gehen auf eine international beachtete Fachtagung in Frankfurt am Main zurück, die vom Deutschen Ökumenischen Studienausschuss (DÖSTA) der Arbeitsgemeinschaft Christlicher Kirchen in Deutschland (ACK) in Kooperation mit der Evangelischen Akademie Frankfurt und der Katholischen Akademie Rabanus Maurus – Haus am Dom im Frühjahr 2025 durchgeführt wurde. Die Resonanz war außergewöhnlich groß und die Veröffentlichung der Tagungsbeiträge wurde schon mehrfach nachgefragt. Gleichzeitig werden auch Beiträge einer Tagung vom Januar 2025 in Sankt Georgen dokumentiert. Damit ergibt sich ein vielfältiges und buntes Bild auf das Erste Ökumenische Konzil und seine Folgen.
„Das große Credo schafft seit 1700 Jahren Verbindung zwischen den Christinnen und Christen der verschiedenen Epochen, Traditionen und Kulturen. Das ist eine wunderbare Erfahrung, die wir auf dem Symposium und im Jubiläumsjahr machen durften. Diese Dimension wird auch jetzt in dem Tagungsband deutlich“, hebt Julia Knop, Professorin für Dogmatik an der Katholisch-Theologischen Fakultät der Universität Erfurt und Vorsitzende des DÖSTA, hervor.
Auch ihre Kollegin Yauheniya Danilovich, orthodoxe Religionspädagogin in Wien und ebenfalls Vorsitzende des DÖSTA, hebt das Potential des „Erbes von Nizäa“ hervor: „Die Metapher des Erbes hat mich im vergangenen Jahr durch die Tagung begleitet – der Tagungsband bietet die Grundlage, sich mit dem Erbe von Nizäa ausführlich zu befassen, sich dazu zu positionieren und über die Bedeutung dieses Erbes in heutigen kirchlichen und gesellschaftlichen Realitäten nachzudenken.“
Der Vorsitzende der ACK, Reverend Christopher Easthill, blickt zurück auf das Jubiläumsjahr des Konzils: „Ich habe 2025 gelernt, wie der Blick auf gemeinsam formulierte Texte verbinden kann – über Jahrhunderte und Konfessionsgrenzen hinweg. Besonders eindrücklich ist für mich nach wie vor die Frage, wie wir Entscheidungen in unseren Kirchen heute treffen, wen wir einbeziehen und wie wir mit denjenigen umgehen, die eine Minderheitenmeinung vertreten.“
Der nun im Verlag Herder erschienene Tagungsband „1700 Jahre Konzil von Nizäa. Vom Ereignis zur Rezeption“ richtet sich an Theologie, Kirche und ökumenisch Interessierte und versteht sich als Impulsgeber für aktuelle Verständigungsprozesse. Er enthält Beiträge u. a. von Johannes Lorenz, Notker Baumann, Wolfram Kinzig, Markus Weißer, Bernhard Knorn, Burkhard Neumann, Ulrike Link-Wieczorek, Bernd Oberdorfer, Dirk Ansorge, Georgiana Huian, Paul Schroffner, Andreas Krebs, Andreas R. Batlogg, Heike Grieser, Johannes Arnold, Anargyros Anapliotis, Christoph Theobald, Hacik Rafi Gazer, Friederike Nüssel und Thomas Söding.
1700 Jahre Konzil von Nizäa. Vom Ereignis zur Rezeption, Hrsg.von Julia Knop, Bernhard Knorn, Paul Schroffner, Yauheniya Danilovich




