Arbeitsgemeinschaft Christlicher Kirchen in Deutschland - Taufe
Arbeitsgemeinschaft Christlicher Kirchen in Deutschland - Taufe
Arbeitsgemeinschaft Christlicher Kirchen in Deutschland - Taufe

Taufe

Durch die Taufe wird der Täufling eingegliedert in den Leib Christi und damit in die weltweite Gemeinschaft der Heiligen. Die Taufe ist das sakramentale Band der Einheit, das die Christen miteinander verbindet. Damit wirkt und stiftet sie Einheit über Konfessionsgrenzen hinweg. Die Taufe ist Gegenstand vieler ökumenischer Dialoge, denn die Frage, wann der Wasserritus vollzogen wird und in welchem Verhältnis Glaube und Taufe zueinander stehen, wird unterschiedliche bewertet. Manche Kirchen praktizieren die Kindertaufe, andere wiederum die sogenannte Glaubenstaufe, taufen demnach nur mündige Menschen nach einem erfolgten persönlichen Glaubensbekenntnis. Andere Kirchen taufen überhaupt nicht. In diesem Spannungsverhältnis versucht die ACK, die unterschiedlichen Verständnisse und Praktiken der Taufe miteinander ins Gespräch zu bringen.

Wechselseitige Anerkennung der Taufe

11 Mitgliedskirchen der ACK haben am 29. April 2007 die wechselseitige Anerkennung der Taufe im Rahmen einer feierlichen ökumenischen Vesper offiziell erklärt. Dass dies im Jahr des 25jährigen Jubiläums der Lima-Erklärung „Taufe, Eucharistie und Amt – Konvergenzerklärungen der Kommission für Glauben und Kirchenverfassung des Ökumenischen Rates der Kirchen“ möglich war, ist ein wichtiger ökumenischer Schritt. Vorausgegangen war ein intensiver Verständigungsprozess, bei dem auch die Mitgliedskirchen der ACK, die einer wechselseitigen Taufanerkennung nicht zustimmen, von Anbeginn beteiligt waren. In die Erarbeitung der Anerkennungsurkunde und in die Vorbereitung des Festgottesdienstes waren sie ebenfalls einbezogen. Im Gottesdienst zur Taufanerkennung sprach der Leiter der mennonitischen Gemeinden ein Grußwort, in dem er den Kirchen zur Unterzeichnung seine Glückwünsche überbrachte. Er  bezeichnete die vollzogene gegenseitige Taufanerkennung als „einen bedeutenden Schritt auf einander zu“. Dankbarkeit für die vollzogene Anerkennung verbindet darum die gesamte Ökumene in Deutschland. Aber die Arbeit geht weiter - in der ACK und in vielen ökumenischen Zusammenkünften.

Wechselseitige Anerkennung der Taufe - Texte

Am 29. April 2007 haben 11 Mitgliedskirchen der ACK die Erklärung zur Wechselseitigen Taufanerkennung unterzeichnet. Der Text und die Unterzeichnerkirchen stehen hier zum Download bereit.

Wechselseitige Taufanerkennung

Wechselseitige Taufanerkennung - Text in englischer Übersetzung

Bereits 1973 vereinbarten die reformierten, die methodistische, die christkatholische und die römisch-katholische Kirchen in der Schweiz, die mit Wasser, im Namen des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes gespendete Taufe gegenseitig anzuerkennen. 

Am Ostermontag 2014, 41 Jahre nach der ersten Taufanerkennung in der Schweiz, unterschrieben sechs Kirchen eine Erklärung zur Erneuerung und Ausweitung der Taufanerkennung, die Erklärung von Riva San Vitale. Unterschrieben haben: Schweizer Bischofskonferenz, Schweizerischer Evangelischer Kirchenbund (seit 1.1.2020 Evangelisch-reformierte Kirche Schweiz), Evangelisch-methodistische Kirche in der Schweiz, Christkatholische Kirche in der Schweiz, Anglikanische Kirche in der Schweiz und Bund Evangelisch-lutherischer Kirchen in der Schweiz und im Fürstentum Liechtenstein. Die Feier fand in Riva San Vitale statt.

2016 stellte die Neuapostolische Kirche Schweiz den Antrag auf Erweiterung der Taufanerkennung auf ihre Taufe. Dem Antrag wurde stattgegeben, und die gegenseitige Taufanerkennung wurde am 8. Juli 2021 in der Bruder-Klaus-Kirche in der Stadt Bern von den Leitungen der NAK und der anderen sechs Kirchen unterzeichnet.

Erklärung von Riva San Vitale

Gottesdienst von Riva San Vitale

Am 25. Januar 2014 wurde in Lissabon, in der lusitanischen Kathedrale de São Paulo, von fünf christlichen Kirchen ein Dokument über die gegenseitige Anerkennung des Sakraments der Taufe unterzeichnet. Die Unterzeichner sind die römisch-katholische Kirche, die Lusitanische Katholische Apostolische Evangelischen Kirche, die Evangelisch-Methodistische Kirche, die Evangelisch- Presbyterianische Kirche und die orthodoxe Kirche des Patriarchats von Konstantinopel.

Text der Wechselseitigen Taufanerkennung von Portugal

Weiterführendes Material

Die Texte und Gebete des ökumenischen Gottesdienstes anlässlich der Wechselseitigen Taufanerkennung können an dieser Stelle heruntergeladen werden.

Vesper

Predigt von Bischof i.R. Dr. Walter Klaiber

Anlässlich des 10. Jahrestags feierten die Unterzeichnerkirchen einen gemeinsamen ökumenischen Gottesdienst im Jahr 2017 im Magdeburger Dom. Aus diesem Anlass sind auch verschiedene Stellungnahmen erschienen. 

Gottesdienst

Stellungnahme des Bundes Evangelisch-Freikirchlicher Gemeinden zu 10 Jahre Wechselseitige Taufanerkennung

Was können die Kirchen von ihrer unterschiedlichen Taufpraxis gegenseitig lernen? Was verbindet sie im Zeugnis gegenüber einer zunehmend säkular werdenden Welt? Auch wenn die Kirchen unterschiedliche Auffassungen in Bezug auf die Taufe haben, stellen sich ihnen in der pastoralen Praxis ähnliche Fragen. Auf einem Studientag im Frühjahr 2014 wurden Perspektiven einer ökumenisch verantworteten Taufpastoral, die die Vielfalt der in der ACK vertretenen Kirchen berücksichtigt, erarbeitet. Neben pastoraltheologischen Grundlagen und Perspektiven wurden konkrete Fragestellungen der Teilnehmer diskutiert. Diese wurden in einem Fragebogen erhoben, der den Teilnehmern vor der Tagung zugeschickt wird. In Workshops erarbeiteten zudem Experten aus Wissenschaft und Praxis verschiedener Kirchen mit den Teilnehmern Hilfestellungen für die Taufpraxis in den Gemeinden.

Die Broschüre umfasst 128 Seiten und dokumentiert die Beiträge sowie die Ergebnisse der Fragebögen.

Bestellmöglichkeit

Anregungen für gemeinsame Gottesdienste von Christinnen und Christen aus unterschiedlichen Tauftraditionen aus dem Jahr 2005.

Bestellmöglichkeit

Eine Erklärung der Mitgliederversammlung der ACK und ein Wort des DÖSTA zu "500 Jahre Täuferbewegung 1525-2025".

Die Broschüre umfasst in einer Ausgabe die Erklärung auf Deutsch und auf Englisch.

Bestell- und Downloadmöglichkeit

500 Jahre Täuferbewegung 1525-2025

„Gewagt! 500 Jahre Täuferbewegung 1525 – 2025“ erinnert an die reformatorische Bewegung, in der viele Christen und Christinnen als mündige Menschen gemeinsam und konsequent ein an biblischen Maßstäben ausgerichtetes Leben führen wollten. Ihre Ideale waren die Freiheit des Glaubens und die Gewaltlosigkeit. Sie haben viel gewagt und dafür auch Verfolgung, erzwungene Migrationen und Diskriminierung in Kauf genommen. „Gewagt!“ ruft auf, darüber nachzudenken, was Christsein unter täuferischen Vorzeichen im 21. Jahrhundert bedeutet.

2025 erinnerten Gemeinden und Kirchen, die sich auf die Täuferbewegung der frühen Neuzeit zurückführen oder sich mit ihr verbunden wissen, gemeinsam an die erste täuferische Glaubenstaufe, die Ende Januar 1525 in Zürich stattfand. Hinter dem gemeinsamen Namen „Täufer“ verbarg sich im 16. Jahrhundert eine große Vielfalt. Neben der Wittenberger und der Schweizer Reformation bildeten die Täufer die dritte reformatorische Strömung. Zur Täuferbewegung gehörten so unterschiedliche Gruppen wie die Mennoniten, die Hutterer, die Schweizer Brüder, die Melchioriten und viele einzelne, meist kleinere Gemeinden.

Der Täufer Dirk Willems rettet seinen Verfolger. Bild von Jan Luyken (1685). Quelle: Wikimedia Commons


500 Jahre Täuferbewegung ist eine Geschichte von Höhen und Tiefen, von Aufbruch, Niedergang und Erneuerung, von Debatten, Diskussionen und Auseinandersetzungen, von Glaubensmut und Glaubensschwäche. Diese Vielfalt macht Mut, den eigenen Glauben zu reflektieren, ihn selbstbewusst und dialogfähig in die ökumenische Diskussion einzubringen und neugierig darauf zu sein, Anderes kennenzulernen.

Täufer lebten unter anderem in den Niederlanden und in Nordwestdeutschland, in der Eidgenossenschaft (Schweiz), aber auch in der Kurpfalz, in Bayern, Hessen, Thüringen, in Württemberg sowie in Österreich und in Mähren. Auch Baptisten und Quäker, die im Zusammenhang mit der englischen Reformation zu Beginn des 17. Jahrhunderts entstanden, zählen zu dem weiten Spektrum der täuferischen Kirchen. Aus dieser Vielfalt speist sich eine bunte und spannende Erinnerungskultur.