
Die Charta Oecumenica ist ein Text, den alle Kirchen Europas gemeinsam erarbeitet haben. Das Ziel ist ein praktisches: Die Kirchen wollen das ökumenische Miteinander auf dem europäischen Kontinent intensivieren, indem sie gemeinsame Regeln für die Praxis festlegen. Das kommt im Untertitel der Charta Oecumenica zum Ausdruck: „Leitlinien für die wachsende Zusammenarbeit unter den Kirchen in Europa“.
Die Charta Oecumenica will Anstoß für Begegnungen, für Gespräche und für gemeinsame Projekte sein. Für Kirchengemeinden lohnt es sich, sich mit ihr zu beschäftigen. Sie können ihre ökumenische Arbeit und ihr Engagement für Gerechtigkeit, Frieden und die Bewahrung der Schöpfung an der Charta Oecumenica messen und prüfen, wo noch Handlungsbedarf besteht. Dabei können sie sich mit allen Christinnen und Christen in ganz Europa – über die Grenzen der Europäischen Union hinaus – verbunden wissen.

Die Charta Oecumenica wurde am 30. April 2001 von den damaligen Präsidenten der KEK und der CCEE unterzeichnet. Die Mitgliedskirchen der ACK haben sie auf dem 1. Ökumenischen Kirchentag in Berlin 2003 angenommen. Seitdem ist sie wie ein Grundgesetz für die Kirchen in Deutschland, an denen sie ihr Handeln ausrichten.
Die Charta Oecumenica verdankt sich der Einsicht, dass Europa nach dem Fall der Mauer vor neuen Aufgaben steht. In dieser Situation wollen die Kirchen „mit dem Evangelium für die Würde der menschlichen Person als Gottes Ebenbild eintreten und als Kirchen gemeinsam dazu beitragen, Völker und Kulturen zu versöhnen“. Zu jedem in der Charta Oecumenica behandelten Thema werden „Selbstverpflichtungen“ genannt. D.h. sie ist kein Gesetz, das den Kirchen von außen aufgezwungen wird. Es geht darum, dass die europäischen Kirchen sich selbst verpflichten, ihre Beziehungen zueinander und die gemeinsame Arbeit so zu gestalten, dass sie mindestens dem Standard der Charta Oecumenica entsprechen.

Die Charta Oecumenica wurde am 5. November 2025 in einer aktualisierten Fassung von Erzbischof Nikitas von Thyateira und Großbritannien, Präsident der Konferenz Europäischer Kirchen (KEK), und Erzbischof Gintaras Grusas von Vilnius, Präsident des Rates der Europäischen Bischofskonferenz (CCEE), in Rom unterzeichnet. Zeitgleich veröffentlichte die Arbeitsgemeinschaft Christlicher Kirchen in Deutschland (ACK) die deutsche Übersetzung des Textes.
Mit der Unterzeichnung verbanden die Präsidenten der KEK und der CCEE den Appell, die aktualisierte Fassung der Charta Oecumenica anzunehmen, damit sie in den jeweiligen lokalen Kontexten angenommen und angepasst würden. Wie bisher umfasst die aktualisierte Charta Oecumenica grundlegende ökumenische Verantwortungen aller Kirchen in Europa, aus denen sich Leitlinien und Verpflichtungen ergeben.
Die revidierte Charta Oecumenica wurde am 5. November 2025 in Rom unterzeichnet und der Öffentlichkeit vorgestellt.
Die erste Charta Oecumenica wurde am 21. April 2001 in Straßburg unterzeichnet. Die Mitgliedskirchen haben sie auf dem Ersten Ökumenischen Kirchentag 2003 in Berlin durch Unterschrift angenommen.
Die ACK bietet zur besseren Verständlichkeit eine Synopse der beiden Fassungen von 2001 und 2025 an. Darin werden die Ergänzungen, Korrekturen und Veränderungen der beiden Versionen sichtbar.
Um den neuen Text besser in den Alltag integrieren zu können und die Arbeit damit zu vereinfachen, haben wir einen Aufsteller entwickelt - immer im Blick, immer zur Hand!
Es gibt aber auch die Möglichkeit, ihn an die Wand zu hängen.
Zum Text von 2001 wurde 2013 eine Broschüre mit dem Titel “Gemeinsamer ökumenischer Weg mit der Charta Oecumenica” herausgegeben, die weiterhin viele wertvolle Anregungen enthält.
Bestell- und Downloadmöglichkeit
Weiterhin bietet die ACK Lesezeichen mit Selbstverpflichtungen an. Diese können ebenfalls im Shop bestellt werden.
Die ACK stellt die deutsche Übersetzung des ökumenischen Gottesdienstes bereit, der im Vorfeld zur Unterzeichnung der Charta Oecumenica in der Abtei Tre Fontane in Rom am 5. November 2025 gefeiert wurde. Dies geschieht mit Genehmigung der Konferenz Europäischer Kirchen und des Rates der Europäischen Bischofskonferenzen.
Auf der YouTube-Seite der ACK in Deutschland finden Sie Videos zur Bedeutung und Geschichte der Charta Oecumenica.
In Kürze wird hier eine Präsentation zur Verfügung stehen, die bei Referaten und Vorträgen zur Charta Oecumenica vor Ort eingesetzt werden kann. Sie möchte als Unterstützung zur besseren Verständlichkeit der Genese und des Inhalts des Textes dienen.