Die Botschaft unterstreicht, dass Ostern der Eckpfeiler unseres christlichen Glaubens sei. „Es ist die eine große Quelle der Hoffnung in diesen schwierigen Zeiten“, so die Botschaft. „Jesus hat die Menschen seiner Zeit beflügelt und beseelt, wenn er von Liebe und Hoffnung sprach, wenn er die Menschen mit seinen heilenden Händen berührte und Menschen aus ganz unterschiedlichen Lebenskontexten und mit ganz unterschiedlichen Lebenserfahrungen in einer Gemeinschaft zusammenbrachte.“
Weiter unterstreicht die Botschaft, dass das Osterfest keine spirituelle Beschwichtigung angesichts von Leid sein solle, das sonst unerträglich wäre. „Lassen Sie uns Ostern als eine Zeit der Rückversicherung und Gewissheit feiern, dass die vielen Abgründe, in die wir derzeit in der Welt schauen, nicht alles sind“, heißt es dort. „Diese Überzeugung verbindet uns alle in unserer weltweiten Kirchengemeinschaft auch weiterhin. Sie verbindet uns mit allen Menschen auf der Welt, die genau wie wir alle nach dem Bilde Gottes geschaffen wurden.“
Osterbotschaft
„Ist Christus aber nicht auferstanden, so ist euer Glaube nichtig…“
(1.Korinther 15,17)
Wie können wir in einer Zeit Ostern feiern, in der Jubelrufe so oft von Schreien der Verzweiflung übertönt werden? Es sind so viele Opfer von Kriegen, wirtschaftlicher Ungerechtigkeit, sexueller Gewalt, politischer Unterdrückung, Klimakatastrophen und religiöser Verfolgung zu beklagen. Können wir wirklich Ostern feiern, ohne dieses Leid zu thematisieren?
Ostern ist der Eckpfeiler unseres christlichen Glaubens. Es ist die eine große Quelle der Hoffnung in diesen schwierigen Zeiten. Jesus hat die Menschen seiner Zeit beflügelt und beseelt, wenn er von Liebe und Hoffnung sprach, wenn er die Menschen mit seinen heilenden Händen berührte und Menschen aus ganz unterschiedlichen Lebenskontexten und mit ganz unterschiedlichen Lebenserfahrungen in einer Gemeinschaft zusammenbrachte. Sie konnten dort die Gegenwart Gottes spüren.
In einer Zeit der Besatzung und politischen Unterdrückung hat Jesus ein Fenster zu einer Welt geöffnet, in der alle Menschen, die von Gott gleich geschaffen wurden, in Würde würden leben können. Hoffnung keimte auf und begann sich zu verbreiten. Aber dann kam die große Enttäuschung: Sie nahmen Jesus fest. Sie folterten ihn. Er wurde zum Tode verurteilt und schrie noch im letzten Moment: „Mein Gott, mein Gott, warum hast du mich verlassen?“ Es war eine Situation großer Verzweiflung. Noch ein moralisches und spirituelles Vorbild in der Geschichte der Welt, das Menschen begeisterte und am Ende gescheitert ist. Wie so oft schon und wie auch heute in unserer von Kriegen, Konflikten, Gewalt und einer Klimakatastrophe geprägten Welt wurde die Hoffnung der Menschen enttäuscht.
Dann aber kam der dritte Tag und das Erlebnis der Frauen am Grab Jesu Christi veränderte alles. Als die Frauen mit Tränen in den Augen zum Grab kamen, um zu trauern, war es leer. Ihnen begegnete der lebendige Jesus. Die Geschichte erzählten sie dann den Jüngerinnen und Jüngern und als diese ihren Unglauben überwunden hatten, trugen sie die frohe Botschaft in die Welt, damit unzählige Menschen heute, von denen viele selbst in einer verzweifelten Lage sind, Ostern, das Fest der Auferstehung Jesu, feiern und auf seine Zusage vertrauen können, bei uns zu sein „alle Tage bis an der Welt Ende“ (Matthäus 28,20). Der Tod hat nicht das letzte Wort. Das letzte Wort hat das Leben.
Das Osterfest soll keine spirituelle Beschwichtigung angesichts von Leid sein, das sonst unerträglich wäre. Jesu Tod und Auferstehung sind untrennbar mit seinem von Liebe, Versöhnung und Gerechtigkeit geprägten Leben verbunden. Deshalb ist unser Osterglaube nicht nur eine wichtige Quelle der Hoffnung, sondern auch ein Aufbegehren gegen die Missachtung der Menschenwürde und der Menschlichkeit vieler Menschen, die in aggressiven Kriegen, der Verbreitung von Hass und Geringschätzung gegenüber ganzen Personenkreisen und Formen von Sünde wie Rassismus, Antisemitismus, Nationalismus und Fremdenfeindlichkeit zum Ausdruck kommt.
Christliche Gläubige sind Menschen, die sich von einer Botschaft leiten lassen, die ins Leben führt – in ein Leben voller Hoffnung an den auferstandenen Christus, der Sünde, Leid und Tod überwunden hat.
Lassen Sie uns Ostern als eine Zeit der Rückversicherung und Gewissheit feiern, dass die vielen Abgründe, in die wir derzeit in der Welt schauen, nicht alles sind. Und dass wir nicht einem finsteren Loch entgegengehen, sondern einem neuen Himmel und einer neuen Erde, in der alle Tränen getrocknet werden. Diese Überzeugung verbindet uns alle in unserer weltweiten Kirchengemeinschaft auch weiterhin. Sie verbindet uns mit allen Menschen auf der Welt, die genau wie wir alle nach dem Bilde Gottes geschaffen wurden.
Gesegnetes Osterfest!




