Den Gottesdienst gestalteten Vertreterinnen und Vertreter unterschiedlicher Konfessionen gemeinsam, darunter Bischof Emmanuel von Christoupolis, Bischof Dr. Gerhard Feige, Anja Goller, Anna-Nicole Heinrich sowie Reverend Christopher Easthill. Die Predigt hielt Prof. Dr. Cornelia Richter, Bischöfin der evangelisch-lutherischen Kirche in Österreich.
Bischöfin Richter predigte über den blinden Bettler Bartimäus (Mk 10,46-52): „In dieser scheinbar naiven Erzählung geht es ja gerade nicht um naives, weltfremdes Wunschdenken. Sondern es geht um die harte soziale Realität eines Menschen, der verzweifelt am Boden sitzt – und sich dann ein Herz fasst und aufsteht.“ Die lutherische Bischöfin unterstrich in ihrer Predigt die Kraft der christlichen Visionen und Hoffnungserzählungen: „All diese Visionen und Utopien sind positive Gegenentwürfe zu unserer Gesellschaft. Sie führen uns täglich neu vor Augen: Wir haben als Menschen die Freiheit, immer wieder neu anzufangen. Deshalb auf, habt Mut, steht auf und geht einer neuen Zukunft entgegen!“
Im Mittelpunkt des Gottesdienstes standen Mut, Zusammenhalt und die gemeinsame Verantwortung der Kirchen in einer von Krisen und gesellschaftlichen Spannungen geprägten Zeit. Der Ökumenische Gottesdienst mündete in einer Zeichenhandlung mit Karabinerhaken, die als Symbol für Halt und Vertrauen in den Reihen der Gemeinde weitergegeben wurden. Verbunden wurde dies mit dem Zuspruch: „Hab Mut, steh auf. Du bist gehalten.“
Mit Fürbitten für Frieden, gesellschaftlichen Zusammenhalt und ökumenische Verständigung setzten die Mitwirkenden zudem ein deutliches Zeichen gegen Hass, Ausgrenzung und Gewalt. Auch die Kollekte stand im Zeichen gelebter Solidarität: Unterstützt wurden ein Inklusionsprojekt für Kinder mit Albinismus in Tansania sowie der Herzenswunsch-Krankenwagen der Malteser in der Diözese Würzburg.
Der Zentrale Ökumenische Gottesdienst machte deutlich: Ökumene lebt von gemeinsamen Erfahrungen, gegenseitiger Ermutigung und dem Vertrauen darauf, dass christlicher Glaube Menschen stärken und verbinden kann.




