Knappe Mittel bei kleinen und großen Kirchen
Hammes beschrieb einen Strukturwandel, der auch die Ökumene erreicht. Die Knappheit spürten kleine wie große Kirchen und beträfe letztendlich auch die Mittel der Ökumenischen Centrale in Frankfurt. Gleichzeitig bliebe die Arbeit der ACK auf kirchlichen Ebenen teils unsichtbar. Als besonders tragfähig seien jedoch persönliche Beziehungen und das lebendige Zeugnis in Vielfalt, so Hammes.
Janssen verwies auf Traditionsabbrüche in Gesellschaft und Kirche. Das Zusammenlegen von Strukturen allein helfe dabei wenig. Manchmal entstünden Spannungsfelder vor Ort, wenn eine Gemeinde einerseits in einen größeren Fusionsprozess in einem Kirchenkreis eingebunden sei, andererseits aber gerne mit der katholischen Gemeinde vor Ort zusammengehen wolle. Sie betonte, dass Ökumene nichts Nebensächliches sei, sondern zum zentralen Motor der Kirchenentwicklung werden könne.
Unterschiedliche Wege zur Taufe und Blick in die Medien
Die Diskussion um neue kirchliche Formate wie „Pop-up-Taufen“ und „Tauffeste“, sowie die Folgen für bestehende ökumenische Vereinbarungen, war lebhaft, denn der Weg zur Taufe wird in den unterschiedlichen Kirchen auch unterschiedlich gestaltet. Hierbei müssten Kirchen aufeinander zugehen.
Zum Kamingespräch am Abend war Stefan Weinert, Beauftragter für den privatrechtlichen Rundfunk im Bistum Trier, zu Gast. Er schilderte, wie die Katholische Kirche in den Medien wahrgenommen wird und welche Ereignisse auf Interesse stoßen. Jedoch merkte Weinert an, dass in Redaktionen oft Grundwissen über Kirche und Religion fehle, weil viele Journalisten keine Theologen seien. Positiv sieht er die Teilnahme von Journalisten an der Katholischen Journalistenschule ifp. An diesen Orten werde die nötige Sensibilität für kirchliche Themen vermittelt.
Die Orthodoxie zu Gast bei Freunden
Am Freitag stellten sich die rumänisch-orthodoxe und serbisch-orthodoxe Gemeinde vor. Für die rumänische Gemeinde sprach Pfarrer Dr. Constantin Prihoanca, für die serbisch-orthodoxe Gemeinde Diakon Justin Emrekovic.
Die rumänisch-orthodoxe Gemeinde in Ludwigshafen wurde am 27. Juni 2020 errichtet und feiert seither ihre Gottesdienste in der katholischen Heilig-Geist-Kirche. Zu ihren Patronen zählt der Heilige Pirmin, Gründer des Klosters Hornbach. Im November 2022 erhielt die Gemeinde eine Reliquie des Heiligen, vermittelt durch den heute emeritierten Bischof Dr. Karl-Heinz Wiesemann.
Serbisch-orthodoxe Christen feiern bereits seit den 1980er Jahren Gottesdienst in St. Bernhard in Speyer. Das Zentrum der Pfarrei liegt heute in Mannheim-Käfertal und gehört zur Eparchie von Düsseldorf und Deutschland. In den ACKs in Bayern und Baden-Württemberg sind beide Kirchen bereits Mitglied.
Alexander Hunt-Radej




