Arbeitsgemeinschaft Christlicher Kirchen in Deutschland - 2023
Arbeitsgemeinschaft Christlicher Kirchen in Deutschland - 2023
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Ökumenepreis 2023

Rückblick: Ökumenepreis 2023

Angesichts des aktuellen Weltgeschehens und anknüpfend an die Friedenstradition der ACK hat der Ökumenepreis 2023 besonders jene ökumenischen
Projekte gefördert, die sich für den Frieden vor Ort und weltweit in kleiner und großer Form einsetzen. Gefragt war nach Engagement für soziale Gerechtigkeit,
Klimagerechtigkeit, faire Verteilung von Ressourcen sowie gegen Gewalt, Diskriminierung und Rassismus.

  • Friedenspreis – 750 €

Projekte ohne direkten Bezug zum Frieden bewarben sich klassisch um den Hauptpreis der ACK 2023.

  • Hauptpreis – 1.000 €
Titelmotiv: @panthermedia.net andreahast

Preisträger

 

Den Ökumenepreis 2023 haben gewonnen:

Hauptpreis (€ 1.000): „Pasinger Friedensweg – von 2015 bis heute nachhaltig weiterwirkend“  - München

Friedenspreis (€ 750): „Spiritual Moments – Pieces for Peace“  - Hamburg

 

„Pasinger Friedensweg – von 2015 bis heute nachhaltig weiterwirkend“ 

Der Pasinger Friedensweg ist ein seit 2015 bestehendes ökumenisches und interreligiöses Projekt im Münchner Stadtteil Pasing. Ausgehend von gemeinsamen Initiativen in der Flüchtlingshilfe entwickelte sich eine regelmäßige Reihe von Begegnungen, Gebeten und thematischen Stationen im öffentlichen Raum. Der Friedensweg bringt Menschen unterschiedlicher christlicher Konfessionen, Religionen und gesellschaftlicher Gruppen zusammen und greift aktuelle Fragen des Zusammenlebens, des Friedens und der Verantwortung für die Welt auf. Durch kontinuierliches ehrenamtliches Engagement ist über die Jahre ein lebendiges Netzwerk entstanden, das Dialog, Solidarität und gemeinsames Handeln in der Nachbarschaft fördert.

Begründung der Jury

Das Projekt „Pasinger Friedensweg – von 2015 bis heute nachhaltig weiterwirkend“ hat bereits 2021 die Jury beeindruckt, und es ist erfreulich, dass es auch in den folgenden Jahren seine Bemühungen fortgesetzt hat. Die Fähigkeit, eine solche Kontinuität in einem Projekt aufrechtzuerhalten, zeugt von außergewöhnlichem Engagement insbesondere auch von ehrenamtlicher Seite. Besonders bemerkenswert sind die thematische Vielfalt und Aktualität des Pasinger Friedenswegs: Entstanden aus der Flüchtlingshilfe, weiterge-führt in Gesprächen über Fragen des Glaubens, im gemeinsamen Gebet und in interes-sierter Aufgeschlossenheit gegenüber „den Anderen“ bis zur geistlichen Solidarität mit der Ukraine und Verantwortung für die Schöpfung. Es ist ein Vorbild für ökumenisches Engagement, Bewahrung der Schöpfung sowie interreligiösen Dialog und Frieden. Der Pasinger Friedensweg konzentriert sich in seinen Aktivitäten auf die Bedürfnisse und Herausforderungen der Gemeinschaft vor Ort. Die Jury des Ökumenepreises ist davon überzeugt, dass dieses Projekt ein positives Beispiel zur Nachahmung auch für andere Städte und Stadtteile sein kann. Insbesondere in der Breite der Themen und der Beteilig-ten ist der Pasinger Friedensweg ein Zeichen gelebter Vielfalt.

Über Pasinger Friedensweg
 

„Spiritual Moments – Pieces for Peace“ 

Das Projekt „Spiritual Moments – Pieces for Peace“ ist eine Veranstaltungsreihe aus Hamburg, die unterschiedliche Formen kultureller, gesellschaftlicher und spiritueller Ausdrucksweisen miteinander verbindet. Ziel ist es, Menschen auf vielfältige Weise für das Thema Frieden zu sensibilisieren und Räume der Begegnung zu schaffen. In verschiedenen Formaten – von Musik und künstlerischen Aktionen bis hin zu Gesprächs- und Beteiligungsformaten im öffentlichen Raum – werden unterschiedliche Perspektiven auf Frieden sichtbar gemacht und miteinander in Dialog gebracht. Die Initiative wird von einem breiten Netzwerk getragen und richtet sich an eine vielfältige Stadtgesellschaft.

Begründung der Jury

Das Projekt „Spiritual Moments – Pieces for Peace“ wurde von der Jury aufgrund seiner kreativen Aktivitäten für den Frieden ausgewählt. Die Veranstaltungsreihe unter dem Titel „Spiritual Moments – Pieces for Peace“, die verschiedene Erfahrungsbereiche wie Kultur, Politik und Musik miteinander verbindet, ist zweifellos innovativ und inspirierend. Sie bietet den Menschen eine Möglichkeit, den Frieden auf vielfältige und kreative Weisen zu erleben: vom Singen und Demonstrieren über das Streiten und Networking bis hin zur Street-Art, dem Erinnern und Tanzen. Die Idee einer „Friedenstorte“ verleiht dieser Initiative eine erfrischende Note. Lobenswert ist außerdem die breite Trägerschaft der Initiative und trotz des einmaligen Charakters des Projektes sein Potenzial zur Nachahmung. Insgesamt hat dieses Projekt nicht nur kreative Aktivitäten für den Frieden entwickelt, sondern auch eine breite Gemeinschaft von Menschen und Kulturen in Hamburg zusammengeführt, um ein starkes und authentisches Zeichen für den Frieden zu setzen. 

Schirmherr

Prof. Dr. Fernando Enns

“Engagement in der Ökumene heißt, sich für Frieden im weitesten Sinne einzusetzen. Anders-sein wird hier nicht als Bedrohung erfahren, sondern als Bereicherung, sofern die gemeinsame Berufung zur Versöhnung (2. Kor 5) die Begegnungen motiviert. Ziel ist nicht Einförmigkeit, sondern gelebte und gemeinsam gefeierte Diversität, die keinen Menschen ausschließt, und nach einem Leben im Einklang mit der gesamten Schöpfung sucht.”

Prof. Dr. Fernando Enns ist ein brasilianisch-deutscher Theologe, Leiter der Arbeitsstelle Theologie der Friedenskirchen am Fachbereich Evangelische Theologie der Universität Hamburg und Professor für Theologie und Ethik an der Theologischen Fakultät der Vrije Universiteit Amsterdam; Mitglied des Zentralausschusses des Ökumenischen Rates der Kirchen (ÖRK).

Jury

Weihbischof Dr. Peter Birkhofer

Es ist für mich eine Freude, mich in der Jury des Ökumenepreises der ACK 2023 zu engagieren, weil dieser Preis Personen und Initiativen auszeichnet, die sich für die Einheit der Kirche und den Frieden einsetzen. In einer Zeit, die von Zerrissenheit geprägt ist, ist es eine Aufgabe von Christinnen und Christen, sich für Einheit, Frieden und Versöhnung einzusetzen und so den Auftrag Christi zur Liebe zu erfüllen. Ich freue mich auf Bewerbungen, die sich diesem Auftrag in kreativer und mitreißender Weise stellen! 

Reverend Christopher Easthill

„Ich freue mich darüber, wieder als Juror an der Vergabe des Ökumenepreises mitwirken zu können. Ich freue mich auch darauf, spannende Ideen zu entdecken, d.h. neue kreative Ansätze, wie die frohe Botschaft der Liebe Gottes in Christus gemeinsam und ökumenisch, und damit auch glaubwürdiger vermittelt werden kann.“

Dr. Hanne Lamparter

"Die Kirche braucht Menschen, die sich anstecken lassen von der Botschaft des Evangeliums! Menschen, sie sich rufen lassen und kreativ Kirche gestalten, neue Ideen entwickeln und die Gegenwart und damit auch die Zukunft gestalten. Der Ökumenepreis der ACK unterstützt und honoriert Projekte, in denen Menschen verschiedener Konfessionen gemeinsam aufbrechen, um einen Beitrag zur Einheit der Kirche, zur Versöhnung und einem guten Miteinander zu leisten. Eine Bewerbung lohnt sich!"

Foto: Foto Erhard, Münster

Pastor Jürgen Stolze

 

Ökumene bedeutet für mich, dass ich aus den Schätzen anderer kirchlicher Traditionen reich beschenkt werde. Den Geschwistern anderer Kirchen darf ich Anteil geben an den Schätzen, die meiner Kirche anvertraut sind. So erfahren wir im Miteinander Gottes Segen.

Kirchenrätin Charlotte Weber

Ökumene bedeutet für mich: Jede Kirche ist ganz Kirche - aber nicht die ganze Kirche. Wir können unser Christ-Sein viel tiefer und reicher leben, wenn wir die Traditionen, Überzeugungen, Gottesdienste und Ideen der anderen kennen und so viel wie möglich gemeinsam tun. 

Gastjury

Vertreterinnen der Sponsoren

Bank für Kirche und Diakonie eG - KD-Bank

Christiane Wicht-Stieber, Vorstandsstab/Marketing Stiftungskoordinatorin 

“Unsere kirchlichen und diakonischen Kunden der Bank zeigen mir täglich, was „tatkräftige Ökumene“ in Krankenhäusern, Schulen, Kindertagesstätten, Altenheimen und der gemeindlichen Arbeit bewirkt. Sie verbessert Lebensbedingungen, bietet vielfältige Chancen und schenkt Zuversicht. Sie ist konfessionsübergreifend Segen für jeden Nächsten. Ich bin dankbar, dass Menschen unterschiedlicher Konfessionen einander an den je eigenen Überzeugungen teilhaben lassen und gemeinsam auf dem Weg sind, die Zukunft für Mensch und Erde in gegenseitiger Wertschätzung zu gestalten.”

pax christi – Deutsche Sektion e.V.

Christine Hoffmann, Generalsekretärin 

„Ökumene, das sind für mich oft andere Perspektiven, die mich staunen lassen und herausfordern. Das sind Freundinnen und Freunde. Das ist der Blick über den Tellerrand und das sind viele internationalen Kontakte. Ökumene ist für mich ein kleiner aber grundlegender Beitrag zum Frieden.“

Vertreterin des Vorjahresgewinners 

Katharina Hochhaus, für das Gewinnerteam des Ökumenepreises der ACK Deutschland 2021 „Hoffnungsfenster.de“ – ein crossmedialer Adventskalender

Sponsoren

Der Ökumenepreis der ACK 2023 wurde durch die freundliche Unterstützung der folgenden Sponsoren ermöglicht: