Gebetswoche für die Einheit der Christen endete am Sonntagabend in Köln mit Lichtfeier in Armenischer Hauptkirche Deutschlands

Köln/Frankfurt a. Main (26.01.2026). - Die Sonne ging am Sonntagabend, des 25. Januars 2026 über Köln grade unter, als die Liturgen aus zehn unterschiedlichen Kirchen und Konfessionen des gesamten Bundesgebietes zu den Klängen des armenischen Geghard-Vokal-Ensembles in die Armenisch-Apostolische Diözesankirche St. Sahak-St. Mesrop zum Abschlussgottesdienst der Gebetswoche für die Einheit der Christen einzogen. Klang und Raum waren von Hymnen und Gebeten erfüllt, deren Ursprünge in den alten Klöstern und Kirchen Armeniens zu finden sind und zum Teil bis ins vierte Jahrhundert zurückreichen.

Die Gebetswoche für die Einheit der Christen 2026 wurde international vorbereitet. Ein ökumenisches Team aus Theologinnen und Theologen aus verschiedenen Ländern erarbeitete die Liturgie und die Texte. Inhaltliche Impulse und die Gestalt der Feier stammen aus Armenien, das 2026 Gastland der Gebetswoche ist. Auf dieser internationalen Vorlage basierte auch der ökumenische Gottesdienst, der von der Arbeitsgemeinschaft Christlicher Kirchen in Deutschland (ACK) gemeinsam mit der Armenisch-Apostolischen Kirche in Deutschland vorbereitet wurde.

Bischof Serovpé Isakhanyan, Primas der Armenisch-Apostolischen Kirche in Deutschland, führte als Liturg durch die Feier, die angelehnt war an den Lichthymnus der Armenischen Kirche. Licht und Kerzen spielten eine zentrale Rolle in diesem Ökumenischen Gottesdienst.

„Wir sind heute zu diesem Gottesdienst versammelt, um für die Einheit der Christen zu beten, und zwar damit wir den Auftrag unseres Herrn erfüllen, gemeinsam Lichtbringer zu sein,“ erinnerte der Vorsitzende der ACK, Reverend Christopher Easthill, in seiner Predigt. Uneinigkeit, Konflikte und Spaltungen führten dazu, dass die Botschaft des Lichtes verdunkelt würde, gab der anglikanische Geistliche zu bedenken und warf seinen Blick sowohl in dunkle Zeiten der deutschen Geschichte – „Für das Nazi-Regime war ein zerstrittener Kontrahent fraglos besser als ein geeinter Gegner“ – als auch auf aktuelle Entwicklungen: „Überall auf der Welt haben Eigennutz, Machtliebe, Gier, Ab- und Ausgrenzung, sowie Angst- und Hassbotschaften gerade Konjunktur.“ Gegen diese Kräfte sollten die Christen „gemeinsam und geeint das Licht vom Licht entgegen“ stellen, so Reverend Easthill: „Wir sind Zeugen des Wortes und der Tat! Es gibt keinen Glauben ohne Handlung.“

An diesen Appell knüpfte Kölns Bürgermeisterin Teresa De Bellis-Olinger in ihrem Grußwort nach dem Gottesdienst an: „Wenn wir heute gemeinsam beten, verbinden wir uns über Länder, Kulturen und Jahrhunderte hinweg und schlagen eine geistliche Brücke von Köln bis zum Ararat. In einer Zeit, in der sich die Welt vielfach instabil anfühlt und in der der Ton rauer wird, ist dieses Zeichen von Einheit wichtiger denn je“, so Bürgermeisterin De Bellis-Olinger. „Diese Gebetswoche bekommt damit auch eine politische Dimension; nicht parteipolitisch, sondern im besten Sinne des Wortes: Sie steht für ein friedvolles Miteinander über Konfessionen, Herkunft und Grenzen hinweg“, führte Kölns Bürgermeisterin aus. Ihren Dank ergänzte die Bürgermeisterin um einen Wunsch: „Ich wünsche mir, dass wir den Geist dieses Abends weitertragen: nicht nur in unsere Kirchen, sondern auch in die Schulen, in die Nachbarschaften und in die politischen Debatten unserer Stadt.“

Nach weiteren Grußworten von Lusine Davtyan, Botschaftsrätin der Botschaft der Republik Armenien in Deutschland und von Dr. Georg Manten, Leiter des Referats Kontakte zu Kirchen, jüdischen Kultusgemeinden sowie sonstigen Religions- und Weltanschauungsgemeinschaften in der Staatskanzlei des Landes Nordrhein-Westfalen, wurde zu einem Empfang in den Räumlichkeiten der Diözese der Armenisch-Apostolischen Kirche in Deutschland geladen.

Im kommenden Jahr stammen die Texte der Gebetswoche für die Einheit der Christen aus Irland, wo nach dem Brexit der jahrelange Waffenstillstand wieder gefährdet zu sein scheint. Die zentrale Feier zur Gebetswoche für die Einheit der Christen findet dann am 24. Januar 2027 statt. 

Predigt