ACK feiert 60-jähriges Jubiläum

Das Jubiläum wurde in Verbindung mit dem zentralen Gottesdienst zur Gebetswoche für die Einheit der Christen gefeiert. Das Bild zeigt Kardinal Lehmann (3.v.l.) mit Bischof Müller und Landesbischof Friedrich Weber und weiteren Vertretern der Bundes-ACK

Das Jubiläum wurde in Verbindung mit dem zentralen Gottesdienst zur Gebetswoche für die Einheit der Christen gefeiert. Das Bild zeigt Kardinal Lehmann (3.v.l.) mit Bischof Müller und Landesbischof Friedrich Weber und weiteren Vertretern der Bundes-ACK und der ACK Hessen-Rheinhessen.

(19.01.2008) Kirchliche Spitzenvertreter haben die Arbeitsgemeinschaft Christlicher Kirchen in Deutschland (ACK) gewürdigt. Der Zusammenschluss sei als Gesprächsforum der Konfessionen unverzichtbar, sagte der Regensburger katholische Bischof Gerhard Ludwig Müller am 18. Januar in Mainz bei einer Feier zum 60-jährigen Bestehen der ACK. Die Kooperation führe zu einer besseren Wahrnehmung und Wertschätzung der Mitglieder, unterstrich der Vorsitzende der Ökumenekommission der Deutschen Bischofskonferenz. Er rief dazu auf, besonders junge Christen verstärkt für die Ökumene zu begeistern. Diese sei „nicht verstaubt“.

Die Arbeitsgemeinschaft war am 10. März 1948 in Kassel gegründet worden. Ihr gehören heute 16 Mitgliedskirchen an, weitere 7 haben Gast- oder Beobachterstatus. Die katholische Kirche und die griechisch-orthodoxe Metropolie waren der anfangs evangelisch geprägten ACK im Jahr 1974 beigetreten. Deren Aufgabe ist es nach den Worten des ACK-Vorsitzenden, Bischof Friedrich Weber, Spannungen zwischen den Konfessionen zu beheben und die Einheit der Christen zu fördern. Bei dem Festakt mit rund 200 Gästen kam auch Kritik an der gegenwärtigen Verfassung der ACK auf. Weber sagte, sie habe in den 60 Jahren ihres Bestehens „keinen erkennbaren Bedeutungsgewinn und keine Strukturveränderung erfahren“. Er bemängelte auch die personelle Ausstattung der ACK-Zentrale in Frankfurt am Main. Diese sei in naher Zukunft nicht mehr arbeitsfähig. In der „Ökumenischen Centrale“ waren jüngst mehrere Stellen abgebaut worden. Müller signalisierte seine Unterstützung, um die Personalsituation wieder zu verbessern.

Auch der griechisch-orthodoxe Erzpriester Constantin Miron und der katholische Paderborner Theologe Hans Jörg Urban äußerten sich skeptisch. Der Arbeitsgemeinschaft gehe es personell und finanziell so schlecht wie noch nie, sagte Urban in seinem Festvortrag. Miron betonte, es dürfe nicht vorkommen, „dass wir in einer Wolke des Nichtwissens über unsere christlichen Geschwister leben“. Die ACK solle zu einem „Forum der Geschwisterlichkeit“ werden. Nach den Worten des Bischofs der Selbständigen Evangelisch-Lutherischen Kirche, Hans-Jörg Voigt, werde in dem Zusammenschluss viel miteinander geredet, „aber wir sind in zu vielen Themenfeldern noch nicht eins“. (KNA/ÖKI/4 -0/100)

Die Predigt des ACK-Vorsitzenden, Landesbischof Friedrich Weber, im Wortlaut