Gebetswoche für die Einheit der Christen: Zentraler Gottesdienst in Bonn

Gebetswoche für die Einheit der Christen, Foto: ACK

(08.01.2016) Unter dem Motto „Berufen, die großen Taten des Herrn zu verkünden“ (1 Petrus 2,9) haben Christen aus verschiedenen Kirchen in Lettland die Texte für die diesjährige Gebetswoche für die Einheit der Christen erarbeitet. Die Gebetswoche findet vom 18. bis 25. Januar statt. Der zentrale Gottesdienst der ACK in Deutschland ist am 24. Januar 2016, 14.00 Uhr in der Schlosskirche in Bonn. 

Die lettische Arbeitsgruppe aus verschiedenen Kirchen des Landes hat das Thema „Berufung“ für die Gebetswoche gewählt, um den engen Zusammenhang von Taufe und Zeugnis für alle Christen zu verdeutlichen. Der älteste Taufstein Lettlands stammt aus der Zeit des heiligen Meinhard, der dem Land das Evangelium brachte. Ursprünglich befand er sich in der Kathedrale von Uexküll, heute steht er in der Mitte des lutherischen Doms der Landeshauptstadt Riga. Dass der Taufstein so nahe bei der reich verzierten Kanzel platziert ist, gibt beredtes Zeugnis von der Beziehung zwischen Taufe und Verkündigung sowie von der Berufung, die großen Taten des Herrn zu verkünden, an der alle Getauften Anteil haben. 

Das kirchliche Leben in Lettland

Die Geschichte mit ihren vielfältigen Kriegs- und Leidenszeiten hat spürbare Auswirkungen auf das heutige kirchliche Leben in Lettland. Über Jahrhunderte war Lettland Schauplatz gewaltsamer religiöser und politischer Auseinandersetzungen unterschiedlicher nationaler und konfessioneller Mächte. Veränderungen der politischen Machtverhältnisse in unterschiedlichen Landesteilen spiegelten sich oft in Veränderungen der konfessionellen Zugehörigkeit der Bevölkerung wider. Heute liegt Lettland gleichsam an der Schnittstelle von Regionen, die jeweils von der evangelischen, der römisch-katholischen und der orthodoxen Kirche geprägt sind. Aufgrund dieser besonderen geographischen Lage ist das Land Heimat für Christen vieler verschiedener Traditionen, von denen keine eine Mehrheitsposition einnimmt.

Nach dem Ersten Weltkrieg und dem Zerfall des Russischen und des Deutschen Reichs kam es erstmals zur Gründung eines lettischen Staates, der von 1918 bis 1940 bestand. Vom Zweiten Weltkrieg bis zum Zusammenbruch der Sowjetunion 1991 herrschten in Lettland totalitäre antichristliche Ideologien – atheistischer Nationalsozialismus und Kommunismus –, die verheerende Folgen für das Land und seine Einwohner hatten. In dieser Zeit einte die Christen das gemeinsame Zeugnis für das Evangelium bis hin zum Martyrium. Die Christen entdeckten, dass sie Anteil am königlichen Priestertum haben, von dem Petrus spricht, weil sie wegen ihres Glaubens an Jesus Christus Folter, Verbannung und Tod erlitten. Diese Verbindung im Leiden ließ eine tiefe Gemeinschaft unter den lettischen Christen entstehen. Durch sie entdeckten sie das gemeinsame Priestertum, das ihnen allen in der Taufe verliehen war und das sie befähigte, nach dem Vorbild Jesu ihr Leiden für andere auf sich zu nehmen.

Berufung zum gemeinsamen Zeugnis

Petrus schreibt den frühen Christen, dass sie in ihrer Sinnsuche vor der Begegnung mit dem Evangelium kein Volk waren. Da sie aber berufen wurden, Gottes auserwähltes Geschlecht zu sein, und die rettende Macht Gottes in Jesus Christus empfingen, wurden sie zu Gottes Volk. Diese Realität kommt in der allen Christen gemeinsamen Taufe zum Ausdruck, in der wir aus Wasser und dem Heiligen Geist wiedergeboren werden (vgl. Johannes 3,5). Durch die Taufe sind wir von der Schuld befreit, Christus schenkt uns durch seine Auferstehung neues Leben. Es ist eine bleibende Herausforderung, jeden Tag im Bewusstsein dieser neuen Identität in Christus zu leben.

Die zentrale Feier der Gebetswoche für die Einheit der Christen findet in diesem Jahr am 24. Januar um 14.00 Uhr in der Schlosskirche Bonn statt. Der Gottesdienst wird von der Arbeitsgemeinschaft Christlicher Kirchen in Deutschland und der ACK Nordrhein-Westfalen vorbereitet. Für die Feier der Gebetswoche haben die lettischen Christen einen Gottesdienst und Tagesmeditationen für die gesamte Gebetsoktav erstellt. Sämtliche Materialien können auf der Website www.gebetswoche.de heruntergeladen werden. Ein Heft mit dem Gottesdienst und Plakate wurden vom Verlag Butzon & Bercker gedruckt und können über den Buchhandel bezogen oder direkt beim Verlag bestellt werden: Verlagsauslieferung AZN - Auslieferungszentrum Niederrhein, Frau Heike Spill, Hoogeweg 100, 47623 Kevelaer, Telefon: (02832) 929291, Fax: (02832) 929114, Email: heike.spill@azn.de. Preise: Plakat 1,00 €; Gottesdienstheft einzeln 2,50 €, ab 10 Stück 1,00 €, ab 100 Stück 0,50 €; jeweils zzgl. Versandkosten.